Sennheiser oder Nubert? (Soundbars)

Sennheiser oder Nubert

Sennheiser oder Nubert – was ist besser bei High-End-Soundbars?

Heute geht es um zwei Dolby Atmos Soundbars der Spitzenklasse: die Sennheiser Ambeo Max tritt gegen die Nubert nuPro XS-8500 RC an. Beide stellen mit einem Kaufpreis von jeweils knapp 2.000 Euro die jeweilige Speerspitze der Soundbar-Produktpalette ihrer Hersteller dar.

Die Ambeo war mit ihrer Wuchtigkeit, der physischen Lautsprecher-Ausrichtung und einer unübertroffen feinen Abstimmung der einzelnen Kanäle lange Zeit unumstrittener Spitzenreiter bei den High-End Dolby Atmos Soundbars.

Die nuPro XS-8500 kommt mit erstmaliger Dolby Atmos Integration und weiteren sinnvollen Neuerungen gegenüber dem hochgelobten Vorgängermodell XS-7500, was ebenfalls hohe Ambitionen auf den Plan ruft.

Wir schauen heute, ob und in welchen Disziplinen die überarbeitete Nubert Soundbar der Sennheiser Ambeo das Wasser reichen kann.

Wir vergleichen die beiden Konzepte, technische Komponenten, Soundqualität und natürlich auch das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser beiden High-End Heimkino-Geräte.

 

 

Sennheiser vs. Nubert: die Konzepte hinter den Soundbars

Sennheiser Ambeo Max: wissenschaftlicher Surround-Algorithmus

Sennheiser Ambeo vs Nubert Soundbar

Die Ambeo Soundbar hat Sennheiser in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut herausgebracht. Die Erkenntnisse daraus sind insbesondere in die physische Ausrichtung der Treiber und die Abstimmung einzelner Kanäle für die optimale Dolby Atmos Performance eingeflossen.

Für die Darstellung der Dolby Atmos Effekte werden die einzelnen Treiber in der Ambeo Max gemäß dem Fraunhofer Algorithmus in bestimmten Winkeln angeordnet, damit die Tonsignale in entsprechende Richtungen im Raum gelenkt werden.

Um das zu ermöglichen, wird die Ambeo Max bei der Aufstellung eingemessen. Dafür verfügt sie über ein spezielles Einmess-Mikrofon, das per Kabel mit der Soundbar verbunden ist. Bei der Kalibrierung wird es auf dem Hörplatz positioniert, um eine optimale Abstimmung der Tonsignale zu erreichen.

Was die eingebauten Lautsprecher angeht, verfügt die Sennheiser Soundbar über 6 Tiefmitteltöner, 5 Hochtöner und zwei Fullrange-Treiber.

Der Frequenzbereich geht von 30 Hz bis 20 kHz, was für eine derart kompakte Anlage schon bemerkenswert ist. Auch die Audio-Peak-Leistung kann sich mit 500 W sehen lassen.


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An den Anschlüssen mangelt es ebenfalls nicht. Der Dolby-Atmos eARC-Schnittstelle wird mit HDMI, Optischem Eingang, USB, Cinch, RCA, Ethernet sowie WLAN und Bluetooth ergänzt.

An die Ambeo Max kann zwar auch ein Subwoofer angeschlossen werden, um die tiefen Töne zu unterstützen. Allerdings ist das keinesfalls ein Muss, denn auch alleine betrachtet liefert die Sennheiser Soundbar eine ganz beachtliche Soundqualität ab.

Das Konzept der Ambeo Max liegt hauptsächlich darin, dass sie den gesamten Heimkino-Bedarf inklusive Dolby Atmos Surround-Sound ohne ergänzende Geräte abdeckt. Sie hat alle dafür benötigten Treiber eingebaut bekommen, die mit wissenschaftlichem Input aufeinander abgestimmt wurden.

Wir werden gleich sehen, dass die Nubert Soundbar ein etwas anderes Konzept als die Sennheiser Ambeo verfolgt. Nicht per se besser oder schlechter, sondern nur anders. 🙂

 

 

Nubert XS-8500: die komplette Stereoanlage im kompakten Gehäuse

Die XS-8500 von Nubert ist mit das „wuchtigste“, was der Soundbar-Markt momentan zu bieten hat. Mit ihren 120 cm ist sie zwar 6 cm kürzer als die Sennheiser, allerdings kommt die Ambeo mit ihren 18,5 kg wie ein absolutes Leichtgewicht gegen die 29,5 kg schwere Nubert Soundbar vor.

Während es für die Ambeo Max theoretisch noch die Möglichkeit einer Wandbefestigung gibt, ist die Nubert XS-8500 nur zum Aufstellen geeignet. Das Fernsehgerät kann dabei entweder aufgehängt oder daraufgestellt werden, denn das Gehäuse der XS-8500 kann als Untersetzer für bis zu 100 kg schwere Geräte fungieren.

Der Hersteller Nubert kommt aus dem Stereobereich, das merkt man sehr gut an der XS-8500 Soundbar, denn von den Treibern her ist sie im Grunde nichts anderes als ein 3-Wege-Lautsprecher-Paar, liebevoll verpackt in ein Unibody-Gehäuse.

Das heißt, mit den herkömmlichen Soundbars, die man einfach als eine „schmale Nudel“ unter den Fernseher packt, um dessen Sound etwas aufzupeppeln, hat die nuPro in der Tat nur wenig gemeinsam.

Wir haben es hier hingegen mit einem ernstzunehmenden 3.1-System zu tun, das heißt es gibt ein vernünftiges Center, zwei Frontlautsprecher und einen Subwoofer. Und das alles wird von einem eingebauten AV-Receiver gesteuert, der noch deutlich mehr kann, wie wir gleich sehen werden.

Bei der Konzeptionierung der Nubert Soundbar galt, wie gesagt, das erfolgreiche Vorgängermodell nuPro XS-7500 als Ausgangsbasis. Bei der Überarbeitung der (ebenfalls bereits sehr mächtigen) XS-7500 wurden folgende Optimierungen vorgenommen:

  • Während die XS-7500 eine reine Stereo-Soundbar ist, kommt das Nachfolgemodell mit Decodern für Dolby Digital, Dolby Atmos, DTS:X sowie DTS 5.1 und wird dadurch zu einer surround-fähigen Soundbar.
  • Das Konzept wird bei Nubert „X-Connect Surround“ genannt: die XS-8500 ist in der Lage, bis zu 8 externe Lautsprecher drahtlos einzubinden und zu steuern. Darunter befinden sich auch Deckenlautsprecher, mit denen sich Dolby Atmos Effekte darstellen lassen.
  • Um diese erhöhte Flexibilität zu ermöglichen, bekam die XS-8500 de facto einen AV-Receiver spendiert, mit dem sich die erforderliche Mehrkanalfähigkeit darstellen lässt.
  • Durch die Hinzuschaltung externer Lautsprecher lässt sich also das bestehende 3.1-System der Nubert Soundbar bis hin zu einem Dolby-Atmos 7.1-System erweitern. Der Wermutstropfen liegt hierbei darin, dass nur Nubert XS-Lautsprecher dafür in Frage kommen, die sich allerdings teilweise noch in der Entwicklungsphase befinden.
  • Die teilweise nicht optimale Stimmwiedergabe der Vorgängerin wurde bei der XS-8500 durch die integrierte Voice+ Funktion verbessert. Dabei werden die Treiber derart neu arrangiert, dass die Mono-Mitte eine bessere Abstimmung mit den vorhandenen Stereo-Kanälen bekommt.
  • Der Tiefgang wurde bei der XS-8500 im Vergleich zum Vorgängermodell um 2 Hz auf 32 Hz (- 3dB) zugunsten eines höheren Pegels reduziert.
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Der Rest ist im Grunde gleich geblieben – 2 Hoch-, 4 Mittel- und 2 Tieftöner produzieren 820 W Spitzenleistung, die das Niveau der Sennheiser Soundbar um mehr als 50% übersteigt.

Auch bei der nuPro XS-8500 mangelt es nicht an Anschlüssen. Die HDMI-eARC-Schnittstelle wird durch digital-optische, digital-koaxiale sowie Cinch- und USB-Anschlüsse ergänzt. Damit liegen beide Soundbars anschlussseitig auf dem gleichen (hohen) Niveau.

Ganz wichtig zum Konzept der nuPro Soundbar: sie ist in der Lage, Dolby Atmos und DTS-X zu dekodieren, aber nicht selbst darstellen. Das heißt, sie ist streng genommen keine Surround-, sondern „nur“ eine Surround-fähige Soundbar. Für Dolby Atmos Effekte ist sie auf weitere externe Lautsprecher angewiesen, an die sie die entsprechenden Signale senden kann.

Das ist der wesentliche konzeptionelle Unterschied zwischen der Sennheiser und der Nubert Soundbar. Und dieser Unterschied hat einen wesentlichen Einfluss auf die Sound-Performance, wie wir gleich sehen werden.

 

 

Sennheiser vs. Nubert – welche Soundbar klingt besser?

Auch wenn die Soundqualität eine subjektive Sache ist, haben wir nachfolgend unsere Eindrücke zusammengefasst:

Sennheiser Ambeo ist bei Surround-Sound deutlich besser
Die Ambeo Max kann man durchaus als Referenz in Sachen Dolby Atmos Soundeffekte betrachten. Sie liefert eine überragende räumliche Performance, ist jedoch natürlich auch „raumsensitiv“ – das heißt, die von ihr projizierten Tonsignale werden von den Wänden und der Decke reflektiert.

Sowohl die Raumgestaltung als auch eine ordentliche Einmessung spielen bei der Dolby Atmos Performance der Ambeo also eine große Rolle, wie es auch bei jedem anderen modernen Surround-Soundprojektor der Fall ist.

Wie schon angemerkt, kommt die Nubert Soundbar bei der Dolby Atmos Performance nicht ohne weitere Lautsprecher aus, die wirklich physisch im Raum verteilt und abgestimmt werden müssen.

Nubert XS-8500 ist bei Stereo-Sound spürbar besser
Bei der Musikwiedergabe liegt die Nubert Soundbar vorne. Auch wenn die Ambeo eine für ihre Größe sehr beachtliche Performance abliefert, stellt die gut abgestimmte Nubert mit ihren beiden mächtigen, nach unten gerichteten Tieftönern eine höherwertige Stereoanlage dar.

Der Sound ist ehrlich und neutral abgestimmt, satt und präzise – so wie man es eben von Nubert kennt.

Natürlich kommt die XS-8500 nicht an die Performance zweier ausgewachsenen Standboxen wie zum Beispiel der nuVero 110 Lautsprecher, aber im Soundbar-Segment ist ihre Stereoperformance aus unserer Sicht bisher ungeschlagen.

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Fazit: Sennheiser oder Nubert – welche Soundbar ist denn nun besser?

Wie wir festgestellt haben, verfolgen die beiden Soundbars unterschiedliche Konzepte:

  • Die Ambeo Max stellt eine All-in-One Heimkino-Lösung und ist ein vollwertiger Dolby Atmos Soundprojektor der Spitzenklasse, der höchstens mal durch einen Subwoofer ergänzt werden könnte. Man braucht damit allerdings, im Grunde genommen, keine anderen Lautsprecher.
  • Die Nubert XS-8500 ist hingegen eine Surround-fähige Soundbar mit überragenden klanglichen Eigenschaften, die zur vollständigen Dolby Atmos Entfaltung allerdings weitere Lautsprecher braucht. Alleine betrachtet stellt sie ein 3.1-System dar, kann aber bis zu einem 7.1-System ausgebaut werden.
  • Natürlich muss bei der Erweiterung der Nubert-Soundbar auch ein entsprechendes Budget zur Verfügung stehen, denn mit einem passenden Subwoofer, zwei Rears und zwei Deckenlautsprechern lägen wir preislich mit Sicherheit nördlich von 5.000 Euro. Doch dann hätte man ein High-End Dolby-Atmos-Set geschaffen, das seinesgleichen suchen würde.

Aufgrund der unterschiedlichen konzeptionellen Ausrichtung der beiden Soundbars hinkt der Vergleich ein wenig. Wir haben es in beiden Fällen mit Geräten der Spitzenklasse zu tun, soviel steht fest. Im Endeffekt kommt es natürlich auf den individuellen Bedarf der Nutzer an.

Unser Fazit: Beide Geräte liefern bei vergleichsweise kompakten Abmessungen und geringem Platzbedarf sehr ordentliche Klangerlebnisse in ihren jeweiligen Kategorien ab, die jeweils sehr nah an einer ausgewachsenen Konfiguration liegen.

 

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