BYD HVS oder BYD HVM

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, nachhaltig Strom mit Hilfe einer Solaranlage zu gewinnen?

Vielleicht besitzt Du sogar schon eine eigene Anlage. Am effizientesten arbeitet sie in Kombination mit einem Solarspeicher. Zwar bedeutet das eine zusätzliche Investition, allerdings bringt der Speicher den Vorteil mit sich, dass Du viele Monate im Jahr autark bist und deinen eigenen Strom nutzen kannst.

Wir wollten dem Thema auf den Grund gehen und haben uns daher zwei unterschiedliche Speichervarianten angeschaut: das BYD HVS und das BYD HVM Modul.

Mit HVS steht ein On-Grid-System mit höheren Nennspannungen bereit, während die HVM-Modelle grundsätzlich eine größere nutzbare Kapazität bieten. Doch welches Modul kann in unserem Vergleich insgesamt mehr Pluspunkte sammeln?

Wir vergleichen neben der Leistung und der Verarbeitungsqualität vor allem auch das Preis-Leistungs-Verhältnis der beiden Systeme. Und scheuen dabei keinesfalls, tiefer ins Detail zu gehen. 🙂

 

Welche Geräte schauen wir uns an?

#1: BYD HVS Speicher mit 7.7 kWh (B-Box)

Das BYD HVS 7.7kWh System verfügt über 3 Batteriemodule sowie eine BCU (Body Control Unit). Die HVS-Batteriemodule zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Reihe geschaltet werden können. Außerdem lässt sich das System auch mit weiteren HVS-Modulen nachträglich erweitern.

So kannst Du die Kapazität der Module je nach deinem Bedarf staffeln. Eine maximale Kapazität von 38,4 kWh kann erzielt werden, indem drei identische BYD HVS Speicher parallel geschaltet werden. Der maximale Ausgangsstrom des Speichers beträgt 25 Ampere. Betrieben werden kann die B-Box bei -10 °C bis +50 Grad Celsius.

Wir finden es außerdem sehr, dass das System gewappnet ist, wenn es mal zu Stromausfällen kommt – es besitzt eine gute Not-/Ersatzstrom- und Off-Grid-Funktionalität. Wobei das mittlerweile zum Standard solcher Systeme gehören dürfte.

Dank des patentierten Steckdesigns besteht keine Notwendigkeit weiterer Verkabelungen. Somit ist die B-Box unserer Meinung nach sehr benutzerfreundlich und geeignet für Einsteiger in den Bereich des Solarstroms. Wir schauen gleich mal, ob man das gleiche auch über das Konkurrenzsystem sagen kann.

Genau wie der BYD HVM 8.3 Speicher verfügt die B-Box über die beiden Schnittstellen CAN und RS485. Darüber hinaus finden wir die integrierte Status-LED praktisch, die Feedback über den Ladestatus gibt.

 

#2: BYD HVM 8.3 Battery Box 8,28kWh Solarspeicher

Der relativ kompakte 3-phasige Solarspeicher HVM 8.3 mit einem maximalen Ausgangsstrom von 40 Ampere passt besonders gut zu Photovoltaik-Anlagen bis 12,42 kWp und hat eine Gesamtkapazität von 8,23 kWh.

Darüber hinaus ist es in unseren Augen recht praktisch, dass Du bis zu drei baugleiche Systeme parallel schalten kannst. Um mit den angeschlossenen Geräten kommunizieren zu können, verfügt der HVM 8.3 über die beiden Schnittstellen CAN und RS485.

Der Batteriewirkungsgrad der Solarspeichers liegt laut Herstellerangabe bei etwa 96% und die Umgebungstemperatur darf zwischen -10 bis +50 Grad Celsius schwanken.

Wie Du vielleicht selbst feststellen kannst, sind sich beide Systeme recht ähnlich. Wir gehen deshalb erst noch einmal kurz auf die Gemeinsamkeiten ein und setzen anschließend mit der Erläuterung der Unterschiede fort.

 

Was sind die Gemeinsamkeiten der beiden Systeme?

Es ist die gleiche Batterietechnologie verbaut
In beiden Solarspeichern findest Du eine kobaltfreie Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie (LFP). Dabei kommt für die positive Elektrode thermisch stabiles Lithium-Eisenphosphat (LFP) zum Einsatz, während bei negativer Elektrode Graphit verbaut wird und mit speziellen Additiven bei den Elektrolyten im Hinblick auf die Belastbarkeit und Lebensdauer optimiert wird.

Diese Batterietechnologie steht laut vieler Fachquellen für eine hohe Sicherheit und Leistung sowie eine lange Lebensdauer. Das gilt angabegemäß auch in Relation zu alternativen zum Einsatz kommenden Technologien wie ternäre Materialien sowie Lithium-Kobaltoxid-Batterien.

Nicht zuletzt deshalb hat sich der Hersteller BYD angabegemäß bereits seit geraumer Zeit der Weiterentwicklung dieser Technologie gewidmet. Sie findet nämlich auch im Automobilsektor breite Verwendung, in dem BYD in den letzten Jahren deutlich über Marktdurchschnitt wächst.

Eingebaute Features bei Stromausfällen
Fällt mal die öffentliche Stromversorgung aus, bist Du mit einem Solarspeicher aktueller Generation grundsätzlich gut abgesichert. Beide Module verfügen nämlich über eine Off-Grid Funktion, durch der Du ganz unabhängig mit Strom versorgt wirst.

Darüber hinaus gibt es bei beiden Modellen auch eine Notstromfunktion, die bei Stromausfällen ebenfalls zur Sicherheit beiträgt. Damit Du diese Funktion nutzen kannst, musst Du allerdings einen kompatiblen Wechselrichter zu Hause haben.

Wirkungsgrad der Module liegt auf dem gleichen Niveau
Der Wirkungsgrad liegt sowohl beim HVS- als auch beim HVM-Modul bei 96%. Das spricht für die Effizienz der Solarspeicher, da beim Laden und Entladen der Module nur 4% der Energie verloren gehen.

Das kann sich zwar schon sehen lassen, liegt allerdings auf einem ähnlichen Niveau wie bei vielen vergleichbaren Konkurrenzmodulen.

Sicherheit der Solarspeicher
Laut dem Hersteller sind beide Modelle sehr sicher. Sie wurden nach dem aktuell höchsten Sicherheitsstandard VDE2510-50 zertifiziert, was auch unserer Meinung nach für eine hohe Sicherheit spricht.

Und auch die LFP-Batterie soll zur Sicherheit beitragen. Sie ist nämlich schwer entzündbar, hat eine geringe Toxizität und muss nicht gewartet werden.

Erwartete Nutzungsdauer ist gleich
Ein Solarspeicher von BYD hält ca. 25 Jahre – er ist also auf eine langfristige Nutzung ausgelegt. Die Batterie, die in beiden Modellen verbaut ist, reicht für ca. 6000 Ladezyklen und pro Jahr haben der BYD HVS und der BYD HVM im Durchschnitt 250 Ladezyklen.

Maximaler Grad der Entladung
BYD gibt an, dass Du beide Solarspeicher auf einen Restbestand von 10% entladen kannst, ohne, dass Schäden am Gerät entstehen. Du kannst praktischerweise auch selbst eine Grenze festlegen, bis zu der sich die Module entladen dürfen.

Unsere Erfahrungen mit dem Kundendienst
Wir haben im Rahmen unseres Praxiseinsatzes es natürlich nicht ausgelassen, auch probeweise mal den Kundendienst von BYD zu kontaktieren um herauszufinden, wie es dort mit dem Serviceniveau ausschaut.

Die Webseite bietet sehr detaillierte Dokumentationen, woran sich einige andere vergleichbare Stromspeicherhersteller ein gutes Beispiel nehmen könnten.

Die Hotline war vergleichsweise gut erreichbar und alle unsere Fragen wurden dort zeitnah und kompetent beantwortet.

Den Vor-Ort-Service hatten wir zwar nicht ausprobieren können, allerdings dürfte er aufgrund der grundsätzlich guten Austauschbarkeit einzelner Module aus unserer Sicht keinen allzu großen Aufwand haben. Das ist allerdings nur eine Vermutung, die leider noch nicht durch Praxiserfahrungen belegt werden kann.

Auch die Schilderungen anderer Nutzer in den Fachforen bestätigen unseren Eindruck, dass der Service des Herstellers grundsätzlich gut mit den gestellten Fragen und Aufgaben zurechtkommt.

 

Was sind die Unterschiede zwischen den beiden Modulen?

Der maximale Ausgangsstrom bei HVM 8.3 ist höher
Beide betrachteten Speichermodule für Solarenergie liefern ungefähr gleiche Entladeleistungen: der BYD HVM 8.3 hat 7,65 kWh, der BYD HVS-Speicher 7,7 kWh.

Die Entladeleistung lässt sich durch Kopplung identischer Geräte oder Aufstockung der Batteriemodule fast beliebig erweitern. Der maximale Ausgangsstrom mit 40 Ampere liegt beim HVM 8.3 allerdings deutlich höher als beim HVS Speicher mit 25 Ampere. Über den HVM 8.3 können also noch größere Verbraucher betrieben werden.

Die Nennspannung ist bei HVS 7.7 höher
Während ein HVS-Modul eine Nennspannung von 102,4 V aufweist, sind es bei einem einzelnen HVM-Modul nur 51,2 V. So kommt der betrachtete HVS-Speicher mit 3 Modulen auf insgesamt 307 Volt und der HVM-Speicher mit 3 Modulen im Vergleich auf nur 153 Volt.

Das HVS-Modell ist etwas kompakter
In der Breite und Tiefe sind die Maße beider Solarspeicher mit 585mm und 298mm identisch, allerdings unterscheiden sie sich in der Höhe. Das HVS-Modell ist dabei mit 945mm etwa 50 mm niedriger als das Vergleichsmodell.

Je nachdem, wo Du den Solarspeicher platzieren willst, kann die kompaktere Größe logischerweise für mehr Flexibilität sorgen.

Natürlich dürfte auch die lego-artige Austauschbarkeit der einzelnen Komponenten bei der Flexibilität eine gewisse Rolle spielen. Hierbei haben wir allerdings keine Unterschiede zwischen den beiden Systemen feststellen können, denn sie verfügen beide über dieses Charakteristikum.

Der HVS-Speicher ist teurer
Preislich liegen beide Solarspeicher (mit 3 Batteriemodulen) im oberen Bereich. Dennoch ist der BYD HVS-Speicher aktuell rund 15% teurer als der HVM-Speicher.

Das dürfte möglicherweise auch an der aktuellen Nachfragesituation liegen. Wir sind jedenfalls sehr gespannt, wie sich der Preisunterschied künftig verändern wird.


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Fazit: was ist denn nun besser – BYD HVS- oder HVM-Speicher?

Abschließend können wir festhalten, dass der BYD HVS Speicher dir eine hohe Flexibilität bietet. Er ist nicht nur kleiner und kompakter, sondern hat vor allem eine höhere Nennspannung. Du kannst die Leistung des Solarspeichers durch weitere Module ergänzen und mit kompatiblen HVS-Systemen verbinden.

Das BYD HVM Modul punktet demgegenüber vor allem durch den deutlich höheren Ausgangsstrom und seinen aktuell niedrigeren Preis.

Beide Solarspeicher eignen sich unserer Meinung nach durch die einfache Installation gut für Einsteiger in das Thema. Das wird nicht zuletzt auch durch die steigende Beliebtheit beider Systeme deutlich.

Insgesamt würden wir das HVS-Modul eher empfehlen, wenn Du vielleicht bereits andere HVS-Systeme besitzt und dir insgesamt etwas mehr Flexibilität in der Anwendung wünschst.

Das HVM-Modul könnte hingegen womöglich die bessere Wahl sein, wenn Du einen hohen Stromverbrauch hast und daher einen höheren Ausgangsstrom benötigst.

Natürlich hängt die Entscheidung vor allem davon ab, ob man generell mehr Leistung oder mehr Kapazität haben möchte. Diese Entscheidung können und wollen wir dir natürlich nicht abnehmen. 🙂

In puncto Sicherheit lässt sich übrigens darüber hinaus festhalten, dass das bei beiden Systemen zum Einsatz kommende Lithium-Eisenphosphat relativ stabil ist und eine vergleichsweise robuste thermische Charakteristik besitzt, was seine stark steigende Beliebtheit bei der Verwendung in verschiedenen Energiespeichersystemen erklärt.

 

– Vorteile BYD HVS Speicher mit 7.7 kWh –

  • Das Modul hat eine höhere Nennspannung (mit 307 Volt etwa doppelt so hoch wie beim BYD HVM 8.3).
  • Der BYD HVS Speicher ist etwas niedriger (945mm vs. 995mm).

 

– Vorteile BYD HVM 8.3 –

  • Der Ausgangsstrom ist bei BYD HVM 8.3 höher (mit 40 Ampere um ca. 62% mehr als beim BYD HVS Speicher mit 7.7 kWh).
  • Aktuell ist das Modell etwa 15% günstiger in der Anschaffung.

Und welcher BYD-Solarspeicher ist für Dich besser: HVS oder HVM?


Welcher Solarspeicher kommt für Dich am ehesten in Frage?

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Fragen unserer Leser

Wie viel Abstand soll zwischen den Solarspeichern und der Wand gelassen werden?
Bei der Platzierung solltest Du laut dem Hersteller zwischen dem Solarspeicher und der Wand einen Abstand von 12 bis 19mm lassen.

Mit welchen Wechselrichtern sind die Speicher kompatibel?
Hier eine Auswahl von Wechselrichtern, die sich angabegemäß für den BYD HVS und HVM eignen:

  • Symo Hybrid
  • Symo Gen 24 Plus
  • EH/BH
  • ET/BT
  • Plenticore Plus 3.0
  • Sunny Boy Storage 2.5 / 3.7 / 5.0 / 6.0

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