Ceran oder Induktion?

Ceran oder Induktion

Ceran oder Induktion – was ist besser?

Egal, ob Stadthaus, Hütte im Wald oder eine Wohnung in der Innenstadt, eines haben alle Haushalte gemeinsam: sie brauchen eine Küche!

Wenn Dein Umzug bevorsteht oder Du Deine Küche einmal erneuern möchtest, dann kommt höchstwahrscheinlich die Frage auf, welcher Herd sich wohl am besten für Dich eignet.

Viele denken, gerade in Zeiten von steigenden Energiepreisen, über einen Induktionsherd. Aber ist dieser wirklich energiesparender? Und wie bedenklich sind die davon erzeugten magnetischen Wellen?

Ist da der Ceranherd nicht vielleicht doch die bessere Wahl? Immerhin gibt es diesen schon seit einigen Jahrzehnten. Da sollte man doch bestimmt auf der sicheren Seite sein. Oder? 🙂

 

 

Was ist der Unterschied zwischen Ceran und Induktion?

Zunächst soll einmal geklärt werden, was sich denn die beiden Technologien überhaupt unterscheiden.

Da das Cerankochfeld deutlich früher auf den Markt kam, wollen wir damit auch beginnen. 🙂

 

Vor- und Nachteile eines Cerankochfeldes

Ceran vs Induktion was ist zu beachten

Das wichtigste ist wohl, dass es sich bei der Bezeichnung „Ceran“ nicht um die angewandte Technologie oder ähnliches handelt, sondern um einen geschützten Markennamen.

Diese Technologie wurde von der Firma Schott etabliert. Diese brachten übrigens auch die ersten Glaskeramik-Kochfelder auf den Markt.

Die eigentliche Technologie befindet sich unter der Kochplatte. Hier liegen elektrische Heizspiralen, welche sich erhitzen und so infrarote Wärmestrahlung über die Platte an den Boden der Töpfe und Pfannen abgeben.

Die Vorteile hierbei sind unter anderem, dass sich die Restwärme auch noch einige Zeit nach dem Ausschalten nutzen lässt und dass es, da die Heizspiralen durch die Glaskeramik leuchten, genau gekennzeichnete Kochbereiche gibt. Außerdem lässt sich hierfür so gut wie jedes Kochgeschirr verwenden.

Abseits der technologischen Vorteile sollte auch noch erwähnt sein, dass auch der Anschaffungspreis um einiges geringer ist, als bei einem Induktionsherd. Zu genaueren Preisen kommen wir aber noch.


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Da es immer zwei Seiten einer Medaille gibt, hat auch ein Ceranherd so seine Nachteile:

  • Zum einen besteht durch das Heißwerden der Kochplatte die Gefahr, sich zu verbrennen. Daher ist hier, vor allem in Haushalten mit Kindern, erhöhte Vorsicht geboten.
  • Die heißen Platten sorgen außerdem dafür, dass sich alles, was beim Kochen mal daneben geht und sei es nur das überkochende Nudelwasser, sofort einbrennt und so die Reinigung erschwert.
  • Ein weiterer Nachteil ist, dass der Herd recht viel Zeit benötigt, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Dies verbraucht natürlich auch Energie, ohne dass Du überhaupt schon begonnen hast zu kochen.

 

Vor- und Nachteile eines Induktionskochfeldes

Ceran vs Induktion Vorteile Nachteile

Nun kommen wir zum Induktionskochfeld. Dieses lässt sich auch als Weiterentwicklung des Ceranherds betrachten.

Bei diesen Geräten befindet sich unterhalb der Glaskeramikplatte eine Spirale, welche durch Strom elektromagnetische Wellen erzeugt. Diese werden nun auf den Boden des Kochgeschirrs weitergegeben und dadurch wird induktiv Wärme erzeugt.

Hier zeigt sich auch schon einer der Hauptunterschiede, sowie ein recht großer Vorteil, gegenüber dem Ceranherd: Die Kochplatte bleibt nämlich während des gesamten Kochens kalt Somit besteht weder die Gefahr, sich zu verbrennen, und überkochendes Wasser (oder anderweitige Substanzen) können sich nicht einbrennen und lassen sich somit leichter entfernen.

Allerdings ist beim Kochen trotzdem Wärme spürbar. Hierbei handelt es sich um die Hitze, die der Topf ausstrahlt und an die Kochplatte abgibt.

Ein weiterer Pluspunkt für den Induktionsherd ist, dass er durchaus energiesparender ist. Das kommt daher, dass sich sehr schnell Wärme entwickelt und somit um einiges schneller losgelegt werden kann.

Die Temperatur kann bei einem Induktionsherd zudem wesentlich genauer eingestellt werden, als bei einem Ceranherd.

Auch Temperaturveränderungen, wenn die Temperatur also herunter gedreht oder erhöht werden soll, gehen hiermit deutlich schneller vonstatten.

Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht möglich, noch Restwärme zu nutzen, nachdem der Induktionsherd ausgeschaltet wurde.

Die Nutzung des Kochfeldes erweist sich hier auch um einiges flexibler. Wo bei einem Ceranherd festgelegte und begrenzte Felder zum Kochen sind, ist bei einem Induktionsherd so gut wie die ganze Platte nutzbar.

Die meisten Modelle besitzen heutzutage nämlich eine Topferkennung, wodurch das Kochfeld flexibel angepasst wird. Hier gibt es also keine zu großen oder zu kleinen Töpfe und Pfannen.

Die Nachteile zeigen sich hier, trotz energiesparendem Kochen, hauptsächlich im finanziellen Bereich. Ein Induktionsherd hat im Vergleich spürbar höhere Anschaffungskosten, wobei hier die Grenze nach oben so gut wie offen ist, da es oft reichliche Extras und Erweiterungen gibt.

Auch beim Kochgeschirr kann hier nicht einfach irgendwas gekauft werden. Es gibt extra gekennzeichnetes Geschirr, welches für Induktion geeignet ist. Hierbei handelt es sich um ferromagnetische Töpfe und Pfannen. Auch das kann für Mehrkosten sorgen, da das vorhandene Kochgeschirr zumeist nicht mehr weiter verwendet werden kann.

 

Ceran vs. Induktion – was ist günstiger?

Ceran vs Induktion was ist günstiger

Bei den Anschaffungskosten ist zu beachten, ob ein Kochfeld mit Ofen zusammengekauft wird oder ein sogenanntes autarkes Kochfeld.

Natürlich finden sich auch Ceran- und Induktionsherde, die preislich nicht so weit auseinander liegen, jedoch kann grob gesagt werden, dass ein Induktionsherd im Schnitt etwa 200 bis 300 Euro teurer ist.

Die langfristigen Kosten resultieren vor allem aus der Nutzung der Geräte. Hier gibt es einmal den Stromverbrauch und zudem noch etwaige Reparaturkosten.

Bei den letzteren zeigt sich das Cerankochfeld als durchaus vorteilhafter. Da es mehrere Jahrzehnte lang weiterentwickelt und verbessert wurde, weisen aktuelle Modelle eher selten Probleme auf.

Ersparnisse des Induktionsherdes beim Strom können vor allem Vielkocher aufweisen. Bei einer normalen Nutzung in einem Singlehaushalt sind die Kosten um gut 20 bis 30% geringer, bei einem Zwei-Personen-Haushalt kann sogar noch mehr eingespart werden.

Wird regelmäßig und viel gekocht, ist die Ersparnis natürlich um einiges höher.

Was interessanterweise jedoch am meisten gespart wird, ist die Zeit. Denn das induktionsbasierte Kochen geht allgemein deutlich schneller auf einem Induktionsherd.

Die Zeitersparnis stellen wir kurz am Beispiel „Wasser aufkochen“ dar:

  • Ein Induktionsherd kann mit einem Wasserkocher mithalten, ihn teilweise sogar übertrumpfen, wenn eine sogenannte Boost-Funktion vorhanden ist.
  • Für 1,5 Liter Wasser braucht man hier knappe 5 bis 8 Minuten, um es zum Sprudeln zu bringen. Mit der eben genannten Boost-Funktion sogar noch schneller.
  • Insgesamt ist ein Induktionsherd in dieser Disziplin also gut dreimal so schnell wie der Ceranherd.

 

 

Ceran vs. Induktion – was ist gesünder?

Induktion vs Ceran was ist gesünder

Bei einem Induktionsherd kann es, vor allem wenn das falsche Kochgeschirr verwendet wird, dazu kommen, dass die magnetischen Wellen unkontrolliert streuen.

Dies hätte möglicherweise gesundheitliche Folgen, die allerdings noch nicht sonderlich gut erforscht wurden. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten hier nur ferromagnetische Töpfe und Pfannen verwendet werden.

Weiteres unkontrolliertes Streuen der magnetischen Wellen wird herstellerseitig durch eine Beschichtung der Keramikplatte mit Graphit verhindert.

Wenn Du allerdings Träger von elektronischen Implantaten bist, wie zum Beispiel einem Herzschrittmacher, dann solltest Du vor dem Kauf Rücksprache mit Deinem Arzt halten.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat in einer Studie zwar bekannt gegeben, dass im Allgemeinen keine Gefahr von Induktionsherden ausgeht. Es wird aber trotzdem empfohlen, circa 10 bis 15 Zentimeter Abstand zu halten, damit die elektromagnetischen Impulse vom Gerät ordentlich geerdet werden können.


Aktuelle Top 3 der Induktionskochfeld-Bestseller:


 

Gibt es gute Alternativen zu Ceran und Induktion?

Wer etwas ganz anderes möchte, der hätte noch die Möglichkeit, sich einen Gasherd zuzulegen.

Dieser hat zumindest auch den Vorteil, dass er sich schnell erhitzt und Temperaturen gut angepasst werden können. Auch gibt es hier keine Resthitze, ähnlich wie beim Ceranherd.

Allerdings erübrigt sich dieser Gedanke aufgrund der gestiegenen Gaspreise und der damit verbundenen Problematik sehr schnell. Außerdem ist es auch fraglich, wie lange überhaupt noch Gas als Energiequelle im privaten Bereich genutzt werden kann, vor allem wenn es sich um Neuanschaffungen handelt.

Zukunftstechnisch und vor allem mit Blick auf die Umwelt ist der Gasherd also nicht wirklich eine Alternative. Eher sollten sich die Besitzer eines solchen Modells überlegen, ob sie nicht auf ein Ceran- oder ein Induktionsherd umsteigen sollten.

 

Meine Erfahrungen mit Ceran- und Induktionskochfeldern

Wie viele auch, habe ich selbst wohl die meiste Erfahrung mit einem Ceranherd gemacht.

Durch einen Umstieg kann ich aber mittlerweile auch einiges zum Induktionsherd sagen und vor allem beides direkt miteinander vergleichen.

Dabei zeigte sich eins schon in der ersten Zeit sehr deutlich: Das Kochen geht um einiges schneller!

Gerade bei einfachen One-Pot-Gerichten oder an Tagen, wo ganz simpel Nudel mit Tomatensoße auf dem Teller landeten, wurde es besonders deutlich.

Schnelles Kochen bekam durch den Induktionsherd nochmal eine ganz andere Bedeutung.

Ob und wie viel Strom wir in unserem Zwei-Personen-Haushalt gespart haben, kann ich leider nicht genau sagen.

Ich finde aber auch die flexible Nutzung des Kochfeldes sehr angenehm, da ich nicht mehr so genau auf die Größe der Töpfe und vor allem der Pfannen achten muss. Auch größere Bräter lassen sich einfach auf der Platte benutzen und alles wird gleichmäßig erwärmt.

Allgemein möchte ich hier zudem noch zwei interessante Produkte aufzeigen, welche auch preislich nicht allzu weit auseinander liegen. Außerdem handelt es sich bei beiden um autarke Kochfelder.

Zum einen wäre da dieses empfehlenswerte Cerankochfeld-Modell:

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Mein Ceran-Tipp: Autarkes Glaskeramik-Kochfeld von AEG Mein Ceran-Tipp: Autarkes Glaskeramik-Kochfeld von AEG 712 Bewertungen 679,00 EUR 329,00 EUR

Hierbei handelt es sich um ein recht modernes Ceranfeld-Modell. Was ich hier vor allem sehr gut finde, ist der Öko-Timer.

Dieser sorgt dafür, dass die Restwärme der Infrarotplatten effizient und gezielt genutzt werden kann. Auch die Einstellung der verschiedenen Hitzestufen geht hier einfach und schnell.

Auch gibt es hier eine Art synchronisierte Verbindung zweier Kochflächen, wodurch auch große Pfannen oder Bräter problemlos genutzt werden können. Dieses Feature kann vor allem in größeren Haushalten Gold wert sein. 🙂

Zum Vergleich kommt noch diese empfehlenswerte Induktionskochplatte:

Vorschau Produkt Bewertung Preis
Mein Induktions-Tipp: Autarkes Kochfeld von AEG Mein Induktions-Tipp: Autarkes Kochfeld von AEG 1.612 Bewertungen 408,46 EUR

Dieses schlichte Modell weist sämtliche Vorteile des induktiven Kochens auf. Auch ist hier eine Power-Funktion nutzbar, wodurch ein Liter Wasser innerhalb von 2 Minuten zum Kochen gebracht werden kann.

Beide Geräte verfügen über eine Kindersicherung, womit das Bedienfeld gesperrt werden kann. Auch, wenn bei dem Induktionsfeld keine Verbrennungsgefahr besteht, sollte diese Funktion gerade in Haushalten mit Kindern nicht unterschätzt werden.

Beide Kochfelder sind von der Firma AEG, welche sich mittlerweile einen recht stabilen Platz in der Welt der Küchengeräte gemacht hat. Preislich liegen beide im Bereich zwischen 300 und 350 Euro, also eher im unteren Mittelfeld der vergleichbaren Modelle.

 

 

Ceran oder Induktion – was ist denn nun besser?

Nachdem nun ausführlich beide Geräte vorgestellt und miteinander verglichen wurden bleibt noch die Frage, für wen denn nun welches Gerät besser geeignet ist.

Ein Cerankochfeld ist wohl die bessere Wahl für

  • Familien oder Haushalte ab 4 Personen
  • Dich, wenn Du beim Kochen eher weniger auf die Zeit achtest
  • Dich, wenn Du nicht allzu viel Geld ausgeben möchtest
  • Dich, wenn Du beim Kochgeschirr eine breitere Auswahl haben möchtest, ohne auf bestimmte Eigenschaften achten zu müssen
  • Dich, wenn Du einen Herzschrittmacher oder anderweitige elektrische Implantate hast und lieber auf Nummer Sicher gehen möchtest

Ein Induktionskochfeld eignet sich mehr für:

  • Single- und Zwei-Personen-Haushalte
  • Dich, wenn es öfter mal schnell gehen muss
  • Familien mit Kindern, da keine Verbrennungsgefahr besteht
  • Dich, wenn Dir gerne mal etwas überkocht 🙂
  • Dich, wenn Du Dein Kochfeld flexibel nutzen möchtest
  • Komplizierte Gerichte, bei denen die genaue Temperatur eine große Rolle spielt
 

Und was ist für dich besser – Ceran oder Induktion?


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