Spiegelreflex oder Systemkamera?

Spiegelreflex vs Systemkamera

Spiegelreflexkamera oder Systemkamera – was ist besser für Einsteiger?

Die Suche nach der richtigen Kamera ist gar nicht so leicht. Gerade für Einsteiger gibt es anfangs eine Menge zu recherchieren und zu vergleichen.

Spiegelreflex- oder Systemkamera – welche ist denn nun besser für Einsteiger und Kamera-Anfänger? Wo liegen die Unterschiede? Welche eignet sich für mich und meine Bedürfnisse? Alles Fragen, die gar nicht so leicht zu beantworten sind.

Der Markt ist voll von tollen Kameras und die Auswahl riesig. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Wir zeigen Dir in diesem Artikel, welche das sind und was beim Kauf eines aktuellen Kameramodells wichtig ist.

Für ganz ungeduldige unter euch gibt es hier den Link zu unserem Preis-Leistungs-Tipp im Bereich der Systemkameras. Natürlich ist die Lektüre dieses Beitrags trotzdem empfehlenswert. 🙂
 

 

Was bedeutet Spiegelreflex- und Systemkamera eigentlich?

Spiegelreflex vs Systemkamera

Bevor es ans Eingemachte geht, schauen wir uns erstmal die Unterschiede der beiden Kameratypen an.

Was steckt überhaupt hinter den Begriffen „Spiegelreflexkamera“ und „Systemkamera“?

Sie werden auch oft mit DSLR und DSLM abgekürzt. Eine kurze Erklärung dazu:

  • DSLR (digital single lens reflex camera) = Spiegelreflexkamera
  • DSLM (digital single lens mirrorless camera) = Spiegellose Systemkamera

Sie unterscheiden sich in erster Linie darin, dass eine Spiegelreflexkamera eine Spiegelkonstruktion im Inneren der Kamera hat. Die Systemkamera hat das nicht. Der Spiegel, der sich direkt vor dem Sensor befindet, leitet das Licht weiter zum Sucher. Das Licht, das durch das Objektiv eintritt, wird also auf diese Weise weitertransportiert.

Man sieht also exakt das, was die Kamera sieht, wenn man durch den Sucher schaut. Der Spiegel klappt erst hoch in dem Moment, wo man den Auslöser drückt. Das Licht fällt auf den Sensor und daraufhin wird das Bild aufgenommen.

Eine Systemkamera hat diesen Mechanismus nicht. Hier funktioniert alles digital. Es gibt keine Spiegelkonstruktion, somit fällt das Licht dauerhaft auf den Sensor. Die Daten werden digital auf das Display der Kamera weitergeleitet.

Dieser Unterschied hat großen Einfluss auf die Konstruktion des Kameragehäuses und den Prozess des Fotografierens. Welchen Einfluss genau, darum geht es jetzt.

 

Wie unterscheiden sich die beiden Kameratypen?

Unterschiede Spiegelreflex vs Systemkamera

Die beiden Kamera-Ausführungen unterscheiden sich bei einigen Parametern: Gewicht, Größe, dem Sucher, Akkulaufzeit, der Auswahl der Objektive, dem Autofokus, der Serienbildrate und der Videofunktion.

Wir schauen jetzt mal kurz auf jeden dieser Parameter um zu verstehen, wie sich die beiden Kamerawelten unterscheiden.

 

Gewicht

Spiegelreflexkameras sind durch den eingebauten Sucher meist schwerer als Systemkameras. Gerade wenn man länger mit der Kamera unterwegs ist, ist das von Vorteil. So wiegt beispielsweise das Spiegelreflexmodell Canon EOS 5D Mark IV mit 950g deutlich mehr als die Systemkamera Sony Alpha 7 III mit ihren 658g.

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Größe

Auch die Tiefe der Spiegelreflexkamera unterscheidet sich von der Systemkamera. Dadurch ist das DSLR-Gehäuse meist wuchtiger und nimmt mehr Platz ein. Mit kleineren Modellen ist man einfach mobiler und nicht immer wird eine große Tasche oder ein großer Rucksack benötigt.

Andererseits haben kleinere Kameragehäuse auch manchmal den Nachteil, dass sie nicht gut in großen Händen liegen, da sind die größeren Modelle dann besser. Auch diesbezüglich unterscheiden sich die beiden oben genannten Kameras, denn die Canon ist wesentlich größer als die Sony.

 

 

Sucher

Das Licht fällt beim Benutzen einer Spiegelreflexkamera durch das Objektiv und trifft dann im Inneren auf eine Spiegelkonstruktion. Die Spiegelreflexkamera hat einen optischen Sucher (OVF). Das Licht wird dann reflektiert und in den optischen Sucher geleitet. Wenn man durch den Sucher schaut, dann sieht man das „echte“ Bild. Das Endergebnis sieht man deshalb erst auf dem Monitor, nachdem man auf den Auslöser gedrückt hat.

Bei einer Systemkamera gibt es keine Spiegelkonstruktion. Der Sucher ist elektronisch (EVF). Dieser ist wie ein kleiner Display. Das Bild trifft auf den Sensor und wird direkt auf dem Display angezeigt. Das hat den Vorteil, dass man das Bild auch noch anpassen kann, falls es zu dunkel oder zu hell ist. Diese Vorschau ist allerdings eben künstlich erzeugt und kein „echtes“ Bild.

 

Bildqualität

Egal welche Kamera, ob mit Spiegel oder ohne, in der Bildqualität gibt es so gut wie keine Unterschiede. Vorausgesetzt natürlich, man vergleicht die Kameramodelle der gleichen Preisklasse. Die Einstellungen der Kamera sowie das Objektiv spielen bei der Bildqualität eine größere Rolle als die Frage, ob das Gehäuse über einen eingebauten Spiegel verfügt oder nicht. Bei diesem Punkt herrscht also Gleichstand.

 

Auswahl an Objektiven

Objektive für Spiegelreflex und Systemkamera

Spiegelreflexkameras gibt es schon eine Weile länger als Systemkameras, daher gibt es auch deutlich mehr Objektive zur Auswahl. Dennoch gibt es bei Systemkameras mittlerweile eine gute Auswahl, darüber hinaus gibt es spezielle Objektiv-Adapter für manche Kameramodelle, die diesen Unterschied weitestgehend ausgleichen.

Die Kosten für die Objektive sind sehr unterschiedlich. Objektive für Spiegelreflexkameras sind meist etwas günstiger als die Systemkamera-Objektive, auch aufgrund der etwas größeren Auswahl. Es kommt zwar auch immer darauf an, was man braucht. Trotzdem geht dieser Punkt an die DSLRs.

 

Akkulaufzeit Systemkamera vs. Spiegelreflexkamera

Da die Systemkamera mehr elektronische Bauteile hat, verbraucht sie einfach auch mehr Strom. Der Sucher und das Display haben den größten Stromverbrauch. Daher ist meist auch die Akkulaufzeit von Systemkameras etwas geringer. Die Akkus sind schneller leer.

Man sollte daher immer an Ersatzakkus denken, wenn man unterwegs ist oder einen Auftrag hat. Bei der Spiegelreflexkamera halten die Akkus also länger, damit geht dieser Punkt an die DSLRs.

 

Welche Kamera macht die besseren Videoaufnahmen?

Prinzipiell kann man mit beiden Kameravarianten wenig falsch machen, was Videoaufnahmen betrifft. Die DSLM ist aber in vielen Fällen eine etwas bessere Variante. Das liegt hauptsächlich am Autofokus. Bei einer Spiegelreflexkamera muss zum Aufnehmen von Videos der Spiegel dauerhaft nach oben geklappt ein. Das hat den Nachteil, dass dadurch eine langsamere Technik zum fokussieren benutzt wird.

Systemkameras sind daher die schnellere und bessere Variante zum Aufnehmen von Videos, denn sie besitzt ja keinen Spiegel. Die Aufnahmen sind durch den Autofokus auch etwas schärfer. Dieser Punkt geht also an die DSLMs.

 

Welcher Autofokus ist besser?

Grundlegend ist die Qualität des Autofokus bei beiden Varianten vom jeweiligen Kameramodell abhängig. Da die Spiegelreflexkamera einen eingebauten Spiegel hat, der beim fokussieren hochgeklappt wird, funktioniert der Autofokus einen kurzen Moment lang nicht. Er wird in diesem Moment nämlich nicht mit Licht versorgt und ist dann quasi blind.

Systemkameras haben dadurch also einen Vorteil. Sie haben inzwischen auch bei einfacher ausgestatteten Modelle mehr Autofokus-Messfelder als Spiegelreflexkameras. Dadurch ergibt sich ein größerer Bereich im Bild, auf denen man den Fokus setzen kann. Auch hier geht der Punkt an die DSLMs.

 

Serienbildrate – Welche Kamera ist schneller?

Mit Serienbildrate ist gemeint, wieviele Bilder pro Sekunde die Kamera schießen kann. Je mehr Bilder, desto schärfer sind die Fotos am Ende. Gerade für Sport- und Tierfotografie ist es von Vorteil, wenn die Kamera mehr Bilder in einer Sekunde schafft. 5 bis 12 Bilder oder auch mehr sind bei höherwertigen Kameras durchaus möglich.

Auch hier schneiden die Systemkameras tendenziell besser ab, da sie spiegellos sind und daher schneller Bilder schießen können. Aber es gibt durchaus auch Premium-Spiegelreflexmodelle, die das können. Meistens sind solche Modelle jedoch deutlich teurer, verglichen mit ähnlich ausgestatteten Systemkameras. Der Punkt geht also auch an die DSLMs. 🙂


Aktuelle Bestseller bei Systemkameras:


 

Zusammenfassung der Vor – und Nachteile

Vorteile Nachteile Spiegelreflex vs Systemkamera

Vorteile Spiegelreflexkamera:

  • Vom Feeling her gut, das Klicken ist irgendwie nostalgisch
  • Günstiger, wenn man sie gebraucht kauft, durch den Verschleiß
  • Mehr Auswahl bei den Objektiven, vor allem älterer Jahrgänge
  • Akku hält länger

 

Nachteile Spiegelreflexkamera:

  • Mechanischer Verschluss, geht schneller kaputt
  • Spiegel ist sehr staubempfindlich, bis hin zur Minderung der Bildqualität
  • Ist auffälliger, weil das Klickgeräusch lauter ist
  • Etwas wuchtiger, nimmt mehr Platz im Fotorucksack/Tasche ein
  • Flagschiff-Modelle sind deutlich teurer als die Premiumklasse der Systemkameras
  • Spiegelreflexkameras verschwinden langsam aus dem Sortiment der Anbieter

 

Vorteile Systemkamera:

  • Handlicher, nimmt nicht soviel Platz im Rucksack ein
  • Die Kamera ist leichter
  • Kein mechanischer Verschleiß, bis auf die Knöpfe
  • Sensoren sind durch Glas geschützt, leichter zu reinigen
  • Digitaler Sucher, das Bild kann vorher noch angepasst werden
  • Grundsätzlich besser für Videos
  • Die Serienbildrate ist höher

 

Nachteile Systemkamera:

  • Das analoge Feeling geht verloren
  • Handling einer kompakten Systemkamera kann für größere Hände womöglich etwas schwierig werden
  • Andere Anschlüsse, Adapter wären nötig wenn alte Objektive verwendet werden
  • Objektive sind teurer und die Auswahl der Objektive ist (noch) überschaubar

 

DSLR oder DSLM – Welche Kameravariante ist besser für Einsteiger?

Für Einsteiger eignen sich Systemkameras sehr gut, denn sie bringen einige Vorteile mit sich. Natürlich ist es typ-abhängig und nicht jeder kommt am Anfang mit einer Systemkamera gut zurecht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Einstieg auch mit einer Spiegelreflexkamera ganz wunderbar funktionieren kann. Es kommt immer drauf an, was man selbst möchte.

Eine Spiegelreflexkamera hat den Vorteil, dass man sie gebraucht recht günstig bekommt. Auch die Objektive sind günstiger und man hat noch das „klassische“ Feeling beim Fotografieren. Später kann man immer noch auf ein höherwertiges digitales Modell umsteigen.

 

 

Welche Kameramodelle kommen für Einsteiger in Frage?

Es ist natürlich megaschwer, Produktempfehlungen auszusprechen, ohne den genauen Bedarf zu kennen. 🙂

Als einen möglichen Preis-Leistungs-Tipp im DSLM-Bereich würden wir die Sony Alpha 6000 sehen. Es gibt dieses Modell zwar schon länger, es eignet sich aber dennoch prima für den Einstieg. Die mittelpreisige Systemkamera bringt viele Vorteile mit sich:

  • Ein sehr schneller Autofokus
  • Hervorragende Bildqualität
  • Tolle Haptik
  • Die Programmautomatik eignet sich besonders gut für Anfänger
  • Die Schnellwahltasten sind individuell belegbar
  • Der Datentransfer funktioniert einwandfrei

Die Sony Systemkamera ist eine gute Lösung für Anfänger, Hobbyfotografen oder auch Fortgeschrittene, die keine Lust haben, ihr gesamtes Equipment durch die Gegend zu schleppen. Perfekt für Ausflüge und Urlaubsaufnahmen. Klein, handlich und trotzdem mit genügend Power.

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Welches Kamerasystem ist denn nun für Einsteiger besser geeignet?

Spiegelreflex oder Systemkamera für Einsteiger

Fassen wir mal das bisher Gesagte zusammen. 🙂

Die Systemkamera schneidet bei unserem Vergleich eindeutig besser ab. Sie bringt eine Menge Vorteile mit sich. Preislich ist sie zwar meist teuerer, vor allem die Objektive, aber technisch einfach besser zu handhaben.

Ein riesiger Pluspunkt der Systemkamera ist der elektronische Sucher. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen, bei Aufnahmen in der Nacht oder auch Langzeitbelichtungen ist der Sucher viel praktischer als der optische Sucher einer Spiegelreflexkamera. Gerade als Anfänger kommt man damit meistens besser zurecht.

Für die Zukunft werden Spiegelreflexkameras hingegen eher rar. Denn es gibt bereits jetzt nicht mehr bei allen Anbietern Spiegelreflexkameras zu kaufen. Teilweise sind sie bereits aus dem Sortiment genommen worden. Daher punkten die Systemkameras auch damit, und es lohnt sich deshalb eher, gleich zu einer Systemkamera zu greifen.

Es gibt natürlich auch Menschen, die die analoge Variante bevorzugen, weil sie damit einfach mehr das „wahre“ Feeling vom Fotografieren verbinden. Allein schon durch das Geräusch des Auslösers, wenn der Spiegel hochklappt.

Aber letztendlich entscheidest Du selbst, was für Dich passend ist. Denn auch hier gilt, Probieren geht über Studieren. 🙂

Und was ist für dich besser – Spiegelreflex oder Systemkamera?


Welches Kamerasystem kommt für Dich am ehesten in Frage?

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Aktuelle Bestseller bei Systemkameras:


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