Medisana oder Beurer

Manche Menschen sind auf die regelmäßige Messung ihres Blutdrucks aus gesundheitlichen Gründen angewiesen. Andere möchten lediglich den Überblick behalten, oder ihre sportlichen Erfolge besser verfolgen können.

Aus diesen Gründen sind Blutdruckmessgeräte für den Gebrauch zu Hause sehr praktisch, denn man kann ja schließlich nicht ständig zum Arzt oder in die Apotheke laufen.

Es wird unterschieden zwischen Geräten fürs Handgelenk und für den Oberarm. Da Letztere deutlich zuverlässiger sind, schauen wir uns zwei Modelle ebendieser heute an.

Auf dem Markt dominieren die Marken Medisana und Beurer. Doch welcher Hersteller schneidet besser ab? Und welches Gerät ist empfehlenswert?

Wir haben die beiden Blutdruckmessgeräte Medisana BU 510 und Beurer BM 27 genau unter die Lupe genommen und miteinander verglichen.

Welches der beiden Geräte erfüllt die Erwartungen besser und hat ein attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis? Darum geht es in unserem heutigen Beitrag.

 

Welche Modelle schauen wir uns an?

Das Medisana BU510 wurde für die selbstständige Blutdruckkontrolle zu Hause konzipiert. Es arbeitet mit einer anschaulichen Ampel-Farbskala, sodass Laien ihre Messergebnisse besser einschätzen können.

Diese praktische Orientierungshilfe bezieht sich auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, welche allerdings sehr individuell sein können.

So müssen Gewicht, Vorerkrankungen, Geschlecht, Alter und eventuelle Medikation berücksichtigt werden. Wenn Du da ganz sicher gehen möchtest, welcher Wert bei dir den Normbereich darstellt, sprich idealerweise deinen Arzt mal an.

Neben der Blutdruckmessung ist auch eine Pulsmessung möglich, die insbesondere bei Sportlern sehr beliebt ist.

Zwar kann nur ein Arzt bewerten, ob ein unregelmäßiger Herzschlag gefährlich ist oder nicht, doch das Gerät von Medisana weist Betroffene auf eventuelle Pulsarrhythmien hin.

Eine praktische Funktion ist, dass Du die Messergebnisse speichern kannst, falls Du mal deine Blutdruckheftchen nicht dabei hast, oder die Ergebnisse unkompliziert deinem Arzt zeigen möchtest. Insgesamt kannst Du 90 Stück speichern und das sogar noch für eine weitere Person.

Die Messung erfolgt am Oberarm. Die mitgelieferte Manschette eignet sich für einen Oberarmumfang von 22-36 cm. Das Display ist groß und zeigt die Werte für Diastole, also den unteren Wert, Systole, also den oberen Wert und den Puls an. Da das Gerät recht kompakt ist, kann es auch einfach unterwegs genutzt werden.

Das Beurer BM27 verfügt ebenfalls über eine Universalmanschette, allerdings ist diese flexibler: diese passt jedem Anwender mit einem Oberarmumfang von 22-42 cm, sie ist also für mehrgewichtige Menschen besser geeignet.

Falls sie zu locker oder zu fest sitzt, weist das Kontrollzeichen den Nutzer darauf hin. Das sorgt für eine erhöhte Sicherheit bei der Messung des Blutdrucks und zuverlässigere Ergebnisse.

Auch hier gibt’s die Erkennung für Auffälligkeiten bei der Herzfrequenz: Falls der Anwender unter einer Herzrhythmusstörung leidet, kann das Gerät dies erkennen. Natürlich kann nur ein Arzt bewerten, ob tatsächlich eine Störung vorliegt oder nicht.

Die farbige Skala zur Beurteilung der Ergebnisse kommt auch bei diesem Modell zum Einsatz und hilft dabei, die Werte einzuordnen. So ist das Beurer Blutdruckmessgerät auch für Laien gut geeignet.

Damit die Werte einfach abgelesen werden können, ist das Display recht übersichtlich gestaltet. Für einen Vergleich im Zeitverlauf ist ein integrierter Speicherplatz verfügbar. Dieser kann jedoch nur bis zu 30 Ergebnisse dafür aber von 4 Personen aufzeichnen.

 

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Geräten?

Sowohl Medisana als auch Beurer können den Blutdruck des Anwenders präzise und sorgfältig messen.

Was beide gemeinsam haben, sind das Ampel-System zur besseren Einschätzung der Ergebnisse sowie eine Funktion zur Anzeige eines unregelmäßigen Herzschlags. Darüber hinaus sind bei beiden Produkten die Displays sehr leicht lesbar, wenn auch Medisana hier die Nase vorne hat.

Grundsätzlich sind die Zahlen an sich aber bei beiden sehr gut lesbar und auch die Schriftgröße stimmt. Auch für die Älteren unter uns. 🙂

Preislich befinden sich beide im Mittelfeld, bzw. unteren Bereich, es gibt zwar noch günstigere Geräte, diese kommen aber oftmals direkt aus Fernost und entsprechen nicht den hiesigen Standards. Um die 30 Euro kosten beide Kandidaten und das ist für den gesundheitlichen Mehrwert, den sie bieten, doch wirklich ein Schnäppchen.

Bis zu 2x 90 Ergebnisse speicherbar bei Beurer
Falls Du mit deinem Partner oder Partner ein Blutdruckmessgerät teilen möchtest, empfiehlt sich das von Medisana, denn da könnt ihr bis zu 90 Ergebnisse pro Person festhalten, das ist ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass es bei Beurer nur 30 pro Person sind.

Um einen langfristigen Überblick über den Blutdruck zu bekommen, sind regelmäßige Messungen über einen längeren Zeitraum oft sinnvoll; und klar: das Nachvollziehen der Werte über ganze drei Monate ist schon ein Pluspunkt.

4 versus 2 Nutzerprofile bei Beurer
Solltest Du aber das Gerät mit der ganzen Familie oder Freunden teilen wollen, dann raten wir eher zu Beurer. Hier hast Du zwar wie Du ja schon weißt, nur 30 Werte, die Du pro Person speichern kannst, aber dafür kannst Du vier individuelle Profile anlegen, während es bei Medisana nur zwei sind.

Praktisch ist bei beiden in jedem Falle, dass man nicht mehrere Geräte pro Haushalt braucht.

Zudem eignet sich das Modell von Medisana nur für Oberarme bis 36 cm Umfang. Bei Beurer kann ein Oberarm einen 42 cm großen Umfang haben.

Beurer warnt dich, falls die Manschette nicht korrekt sitzt
Anwendungsfehler, insbesondere bei Laien, passieren immer wieder und das oft, ohne, dass man es überhaupt merkt. Dann stimmen die Ergebnisse nicht und der Schock ist groß.

Damit das nicht passiert, ist in dem Messgerät von Beurer eine Technik verbaut, die dich darauf hinweist, wenn die Manschette nicht ordnungsgemäß sitzt.

Bei Medisana gibt es diese Funktion nicht, daher sollten sich eher erfahrene Anwender dieses Gerät anschauen, Anfänger aber lieber nicht.

Größere Manschette bei Beurer
Die Manschette des Blutdruckmessgeräts von Medisana eignet sich für Menschen mit einem Oberarmumfang von 22 bis 36 cm, das passt für viele Menschen sicherlich auch, aber bei sehr großen Personen, oder Menschen, die ein bisschen mehr wiegen, könnte es erfahrungsgemäß etwas knapp werden. Der passende Sitz ist unabdingbar, denn nur so können zuverlässige Werte gewährleistet werden.

Beurer bietet auf jeden Fall mehr Sicherheit in Sachen Passgenauigkeit, da die Manschette sich für Oberarme bis 42 cm eignet.

Wenn Du aber auf Nummer sicher gehen willst, miss doch mal mit einem Maßband nach, bevor Du dich für eins der beiden Produkte entscheidest. Zur Not gibt es aber auch Ersatzmanschetten in verschiedenen Größen, aber ideal wäre es natürlich, wenn es von vorne hinein direkt passt.

Medisana bietet dir einen Aufbewahrungsbeutel
Da Blutdruckwerte regelmäßig, oftmals sogar drei Mal am Tag gemessen werden müssen, sind die Geräte auch viel unterwegs. Die Displays sind recht kratzempfindlich und auch die sensible Technik sollte geschützt werden.

Praktisch ist hier, dass Medisana dem Gerät einen praktischen Aufbewahrungsbeutel beilegt, der perfekt passt und das Gerät sichert. Bei Beurer musst Du dir extra im Zubehör eins kaufen, oder ein anderes finden, was aber oftmals nicht zu ideal passt.

Insgesamt einfachere Bedienung bei Beurer
Wenn es nur mal schnell eine Messung zwischendurch sein soll, dann sind beide Geräte blitzschnell einsatzbereit, denn dafür muss nur ein einziger Knopf gedrückt werden.

Möchte man aber die Profile anlegen und das Datum einstellen, dann wird es bei Medisana ein bisschen unkomfortabler. Es ist zwar nicht extrem kompliziert, aber halt auch nicht so leicht wie bei Beurer, wo uns übrigens auch noch die Haptik der Knöpfe eher hat überzeugen können.

Klareres Display bei Medisana
Wir befassen uns hier mit zwei Geräten im unteren Preissegment, dass es hier kein Full HD-Display gibt, ist klar. 🙂 Allerdings gefiel uns das Display bei Medisana besser, denn auch bei direktem Licht konnten sich die Ergebnisse erfahrungsgemäß noch ziemlich gut ablesen lassen.

Bei Beurer mussten wir ein bisschen Schatten erzeugen, um die Zahlen noch sicher erkennen zu können.

Hochwertigere Verarbeitung bei Beurer
Natürlich haben wir es hier nicht mit Geräten von Boso und ähnlichen Top-Herstellern zu tun, aber eben auch nicht mit den absoluten Günstigmodellen, von denen es mittlerweile eine ganze Menge gibt.

Das spiegelt sich dementsprechend auch in der Verarbeitung wider: Beide Geräte liegen gut in der Hand, doch nicht nur die besser verarbeiteten Knöpfe, sondern auch die Manschette und die verwendeten Materialien fühlen sich bei Beurer deutlich besser an als bei Medisana.

Batterien halten bei Medisana länger
Beide Geräte konnten uns über viele Wochen zuverlässig unsere Blutdruckwerte anzeigen. Manchmal ging natürlich auch eine Messung daneben und die Manschette musste nochmal neu Druck aufbauen.

Dadurch können wir nicht zuverlässig sagen, wie viele Messungen mit einem Satz Batterien möglich sind, aber wir konnten in unserem Praxiseinsatz feststellen, dass die Batterien bei Medisana rund eine Woche länger hielten als bei Beurer.

 

Fazit: welches Gerät ist denn nun besser – Medisana oder Beurer?

Da sich beide im gleichen Preissegment um die 30 Euro befinden, übertrifft Beurer das Modell von Medisana hinsichtlich seines Funktionsumfangs.

Aufgrund der Kontrolle des Sitzes der Manschette und der generell größeren Manschettengröße, die fast jedem Anwender passt, bietet das Beurer BM 27 ein etwas besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Nicht zuletzt, da das Gesamtpaket runder ist.

Zudem lässt sich das Beurer-Modell von mehr Nutzern verwenden als das von Medisana: Wer ein Blutdruckmessgerät für die ganze Familie sucht, bei dem jeder seine Ergebnisse speichern kann, ist mit Beurer gut beraten. Zwar sind es insgesamt weniger Speicherplätze, doch die Aufteilung auf vier Personen ist wesentlich sinnvoller.

Darüber hinaus benötigen die wenigsten Nutzer wirklich die ganzen 90 Speicherplätze. Mit 30 kommt man im Normalfall erfahrungsgemäß gut aus, es sei denn, es muss eine Langzeitmessung vorgenommen werden.

Auch die Einfachheit der Bedienung ist klar hervorzuheben. Zwar ist auch das Modell von Medisana nicht schwer im Umgang, doch in der Gesamtheit schneidet das von Beurer BM27 besser ab. Hier muss man keine Vorkenntnisse haben, um spielend einfach den Blutdruck bei einer Person zu messen.

Und zu guter Letzt konnte uns bei diesem Hersteller auch noch die Verarbeitung überzeugen, sie machte einen hochwertigeren und demnach auch haltbareren Eindruck.

 

– Vorteile Medisana BU 510 –

  • Bis zu 2x 90 Ergebnisse speicherbar
  • Inklusive Aufbewahrungsbeutel
  • Klareres Display, auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar
  • Batterien halten länger

 

– Vorteile Beurer BM 27 –

  • Kontrollzeichen bei zu lockerem oder zu festem Sitz der Manschette
  • 4 Benutzerspeicher versus 2
  • Größere Universalmanschette für einen Oberarmumfang von 22-42 cm
  • Insgesamt etwas einfachere Bedienung
  • Hochwertigere Verarbeitung

Und welches Blutdruckmessgerät ist für Dich besser: Medisana oder Beurer?


Welches Blutdruckmessgerät kommt für Dich am ehesten in Frage?

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