Nanoleaf oder Govee

Wir schauen uns heute die beiden Philips Hue Herausforderer im direkten Duell gegeneinander an – Nanoleaf und Govee. Eins vorweg: das Duell wird enger als wir dachten. 🙂

Wir wollen heute zu Vergleichszwecken die Hexagon-Wandpanele beider Hersteller im Detail gegenüberstellen, da sie ja auch zu den Produkten gehören, die Nanoleaf und Govee in Deutschland bekannt gemacht haben. Und zwar vor allem deshalb, weil Philips Hue interessanterweise bis heute keine solchen Wandpanele im Angebot hat.

Wir schauen uns heute die technischen Eigenschaften, integrierte Features und Konnektivität von ausgewählten Produkten beider Hersteller an. Das Ziel ist es, herauszufinden, welche LED-Sets aus der Preis-Leistungs-Perspektive insgesamt eher zu empfehlen sind.

 

Was sind die Gemeinsamkeiten der beiden Beleuchtungssysteme?

Ähnliche Funktionsweise und Produktausrichtung
Beide smarten LED-Systeme sind ähnlich konzipiert und haben eine weitgehend übereinstimmende Angebotspalette. Sie beinhaltet LED-Strips, Wandpanele und Wandleuchten in verschiedenen Variationen, dazu noch Leuchtstäbe, Steh- und Tischlampen. Govee bietet darüber hinaus sogar Luftreiniger und Luftbefeuchter an. Auch wenn solche Produkte nicht unbedingt zum heutigen Thema gehören, wollten wir es dennoch nicht unerwähnt lassen. 🙂

Die Govee-Welt ist deutlich bunter
Von der Farbgebung würden wir Nanoleaf als etwas zurückhaltender einstufen, denn sie haben beispielsweise Wandpanele in Holzoptik im Angebot, die dezentere Lichtakzente setzen.

Govee ist hingegen etwas farbenfroher unterwegs und bietet zusätzlich zu den herkömmlichen LED-Wandpanelen beispielsweise auch solche in der 3D-Variante an, in der jedes Element in 3 Sub-Elemente aufgeteilt ist, die als Ergebnis eine 3D-Optik erzeugen.

Einfaches Aufsetzen, keine Bridge erforderlich
Die Installation geht sowohl bei Nanoleaf als auch bei Govee sehr einfach, wobei alle Systemkomponenten bei beiden Anbietern über WLAN verbunden werden. Zusätzlich dazu bietet Govee auch die Möglichkeit einer Bluetooth-Anbindung an.

Beide Systeme müssen – im Gegensatz zu Philips Hue – nicht erst über eine Bridge verbunden werden, die als ein zentrales Steuerungselement fungiert. Der Vorteil davon sind geringere Kosten, weil man keine Bridge kaufen muss.

Der Nachteil dieser Funktionsweise ist eine möglicherweise schlechtere Verbindung von Nanoleaf und Govee mit dem Internet. Die Hue Bridge kann dafür allerdings auch über LAN angeschlossen werden, was die Anbindung des ganzen Beleuchtungssystems stabiler macht.

Mischen ist möglich, allerdings nicht immer optimal

Man kann grundsätzlich verschiedene Smart-LED-Systeme miteinander kombinieren. Ob das allerdings immer sinnvoll ist, sollte situationsbezogen hinterfragt werden. Erfahrungsgemäß kann es vor allem dort, wo eine durchgehend stabile Verbindung mit der Notwendigkeit einer schnellen Reaktionsmöglichkeit der Beleuchtung erforderlich ist (also beispielsweise im Gaming-Bereich), diesbezüglich öfter mal Probleme geben.

Es gibt vor allem beim Gaming einige Argumente, die dafür sprechen, nur einen Smart-LED-Hersteller für das heimische System zu nehmen. In erster Linie ist es die Steuerung über die App – dort ist es natürlich praktischer, nur eine App für das Setup zu haben.

Klar, man kann theoretisch auch eine übergeordnete Smart-Home-App nehmen (beispielsweise Google Home), doch ihre Funktionalität ist beim Thema Smart-LEDs erfahrungsgemäß deutlich eingeschränkt, verglichen mit den rein auf die Beleuchtung spezialisierten, herstellereigenen Apps.

Darüber hinaus wird auch die Dynamik der Beleuchtung erfahrungsgemäß besser mit dem Spielgeschehen synchronisiert, wenn man nur bei einem Hersteller bleibt. Diesbezüglich hat dann man auch insgesamt mehr Möglichkeiten, weil es bei Kombinationen verschiedener Brands oft irgendwelche Bottlenecks gibt, die die Performance des gesamten Setups ausbremsen können.

Die farbliche Kalibrierung ist ebenfalls ein Thema. Das macht jeder Hersteller oft individuell und achtet nicht darauf, dass die Farben auch bei den Schnittstellenübergängen zu fremdartigen Produkten auch genauso gut dargestellt werden.

Hinzu kommt, dass Govee die Farbkalibrierung erfahrungsgemäß nicht ganz so genau nimmt, wie es bei Nanoleaf (oder auch Philips Hue) in der Regel der Fall ist. Wir gehen darauf gleich noch ausführlicher ein.

Dabei reicht es eigentlich auch schon oft, nur ein herstellerfremdes Produkt in das Setup einzubinden (beispielsweise ein Govee-Produkt in ein Nanoleaf-Setup), und schon beginnen die Probleme mit den Inkompatibilitäten, mit aufwendigerer und zu Asynchronitäten neigender Steuerung sowie bei der Farbkalibrierung.

Da die Produktpaletten (zumindest bei den größeren Herstellern) ohnehin regelmäßig aktualisiert werden, macht produktmäßiges “Rosinenpicken” unserer Ansicht nach grundsätzlich eher wenig Sinn. Wir würden stattdessen lieber einfach abwarten, bis der Stamm-Hersteller das gewünschte Produkt in sein Portfolio aufgenommen hat, und im heimischen Setup dafür dann wirklich sortenrein bleiben.

 

Was sind die Unterschiede zwischen den beiden LED-Systemen

Die Hexagone von Nanoleaf sind größer und werfen Schatten

Nanoleaf Hexagon Schatten

Das muss jetzt kein Nachteil von Govee sein, sondern eher Geschmackssache. In Summe hat das 10-teilige Govee-Hexagon-Set ähnlich viel oder sogar geringfügig mehr Lichtfläche als das 9-teilige Set von Nanoleaf.

Zudem ist die Ausleuchtung von Nanoleaf Shapes bei niedrigen Helligkeiten leider nicht gleichmäßig. Wenn man genauer hinschaut, fällt auf, dass kleine dunkle Schatten von den Hexagon-Ecken nach innen geworfen werden.

Das ist bei Govee hingegen nicht der Fall, denn hier ist die Ausleuchtung deutlich gleichmäßiger. Wir würden diesen Punkt also als einen Vorteil gegenüber dem Konkurrenzprodukt von Nanoleaf sehen. Und wir müssen an dieser Stelle ehrlich zugeben, dass wir diesbezüglich etwas mehr von Nanoleaf erwartet hätten. Das fließt jedenfalls entsprechend in die Gesamtwertung mit ein.

Nanoleaf braucht ein Starter-Set, damit das System funktioniert

Im Gegensatz zu Govee, unterteilt Nanoleaf seine Sets in Starter-Sets und Erweiterungs-Sets. Ohne ein Starter-Set gibt es kein funktionierendes System, weil alles darüber angebunden und gesteuert wird.

Bei Govee ist sozusagen jedes Set gleichzeitig ein Starter- und ein Erweiterungs-Set, was viel praktischer und flexibler ist. Vor allem dann, wenn man mehrere Produkte miteinander kombinieren möchte. Diesbezüglich sehen wir diesen Hersteller also eindeutig im Vorteil.

Govee produziert sowohl direktes als auch indirektes Licht
Die Hexagone von Govee stehen im Gegensatz zu denen von Nanoleaf einige Millimeter von der Wand ab und strahlen dadurch ein von der Wand reflektiertes, indirektes Licht. Dadurch wirkt das Ganze bei Govee eher dreidimensional und nicht so „platt“ wie bei Nanoleaf. Wobei wir es uns durchaus vorstellen könnten, dass auch solche dünneren Module wie bei Nanoleaf ihre Vorteile in der Einbindung in das heimische Beleuchtungs-Netzwerk haben.

Diesen Effekt gibt es bei Nanoleaf hingegen nicht, denn seine Panele haben keinen nennenswerten Abstand von der Wand. Indirektes Licht von Govee sieht (subjektiv gesehen) schön aus und kann als ein weiterer Pluspunkt gewertet werden. Vor allem wenn es um etwas aufwendigere Setups geht, bei denen auch indirekte Beleuchtung eine Rolle spielt.

Nanoleaf ist bei der Kalibrierung von Farben vorne
Govee nimmt die Farbkalibrierung, wie gesagt, nicht immer so genau wie es bei Nanoleaf oder auch bei Philips Hue der Fall ist. Wenn wir beispielsweise die weiße Farbe nehmen, dann hat das Kaltweiß bei Govee fast schon einen leicht pinkfarbenen Touch. Bei Warmweiß hat Govee hingegen teilweise fast schon eine orangefarbene Note drin.

Solange man im heimischen System hersteller-treu bleibt und nicht mehrere Brands miteinander vermischt, ist das erfahrungsgemäß kein allzu großes Problem. Wenn man allerdings beispielsweise auch nur ein Govee-Produkt in ein Nanoleaf-Setup einbindet, sieht man in vielen Fällen sofort, dass die Farbkalibrierung nicht konsistent ist.

Bei Kombinationen von Produkten verschiedener Hersteller kann darüber hinaus, wie gesagt, auch darüber hinausgehende Probleme oder Inkompatibilitäten auftreten. Deswegen empfiehlt es sich grundsätzlich, trotz der ganzen verfügbaren Smart-LED-Produktvielfalt, im heimischen Setup idealerweise bei nur einem Hersteller zu bleiben. Das kann man an dieser Stelle nicht oft genug wiederholen. 🙂

Das Nanoleaf-Hexagon-Set ist günstiger
Govee hat ja bei seinem Markteintritt mit sehr niedrigen Preisen losgelegt. Doch anschließend wurden die Preise immer wieder angehoben und mittlerweile muss man sagen, dass Nanoleaf und Govee auf dem gleichen Niveau liegen. Bei den verglichenen Hexagon-Sets liegt Govee derzeit sogar etwas über dem Nanoleaf-Preis.

Demgegenüber muss man allerdings auch sagen, dass Govee immer noch recht viele Sonderaktionen startet, so dass man nur etwas abwarten muss, bis man preislich das eine oder andere gute Schnäppchen machen kann. Bei Nanoleaf (oder auch bei Philips Hue) ist das mittlerweile hingegen nicht mehr ganz so oft der Fall.


Aktuelle Bestseller bei smarten LED-Strips:


 

Fazit: welches LED-System ist denn nun besser – Nanoleaf oder Govee?

Beide Anbieter punkten mit einer breiten Produktpalette und unterscheiden sich eher in technischen Details. Die Sortimente werden zudem erfahrungsgemäß auch ständig überarbeitet. Einen klaren Gewinner gibt es im heutigen Vergleich also nicht. 🙂

Bei Govee finden wir etwas schade, dass der Hersteller seinen anfänglichen Preisvorteil gegenüber “Marken-Sets” anderer Anbieter mittlerweile wieder aufgegeben hat. Ganz überraschend war das jedoch nicht, schließlich sind die Produkte von der Verarbeitung her mittlerweile auf einem ähnlichen Niveau angekommen wie es bei der namhaften Konkurrenz der Fall ist. So zumindest unser Eindruck aus dem Praxistest.

Nanoleaf ist dafür farblich sauberer kalibriert und insgesamt etwas dezenter in seinem Auftreten. Das muss erfahrungsgemäß nicht immer ein Nachteil sein, vor allem wenn das heimische Setup mit der Zeit kontinuierlich an Umfang gewinnt. 🙂

Wir können hier also definitiv festhalten, dass beide Anbieter derzeit nicht nur deutlich günstiger als Philips Hue sind, sondern zudem auch abwechslungsreichere und ausgefallenere LED-Sets im Angebot haben.

Deshalb können wir uns gut vorstellen, dass beide Systeme weiterhin ihre Fanbasis vergrößern und dadurch auch im Produktsortiment wahrscheinlich weiter wachsen werden. Und die Konsumenten dürften davon profitieren, so zumindest mal unsere Annahme.

 

– Vorteile Nanoleaf –

  • Nachdem Govee die Preise deutlich erhöht hat, liegt das Nanoleaf Hexagon-LED-Set preislich unter dem von Govee.
  • Die meisten Nanoleaf-Wandsysteme haben eine Touch-Funktionalität, d.h. sie reagieren auf Berührung.
  • Die Hexagone sind spürbar größer als bei Govee, so dass die gleiche Wandfläche mit weniger Elementen abgedeckt werden kann.

 

– Vorteile Govee –

  • Die Hexagone sind gleichmäßiger ausgeleuchtet und werfen keine Schatten von den Ecken nach innen. Das merkt man jedoch nur dann, wenn man genauer hinschaut.
  • Govee-Sets sind zusätzlich zum WLAN auch über Bluetooth ansteuerbar und sind somit etwas variabler einsetzbar.
  • Die Shapes stehen etwas von der Wand ab und produzieren dadurch zusätzliche indirekte Beleuchtung (ist natürlich Geschmackssache).
  • Das LED-System von Govee braucht im Gegensatz zu Nanoleaf kein Starter-Set, um installiert zu werden
  • Die Angebotspalette des Herstellers ist insgesamt etwas größer.

Und welches Beleuchtungssystem ist für Dich besser: Nanoleaf oder Govee?


Welches smarte Beleuchtungssystem kommt für Dich am ehesten in Frage?

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