Baumwolle oder Modal

Nachhaltigkeit – es ist eines der wichtigsten Themen der heutigen Zeit und mittlerweile durchdringt es die verschiedensten Bereiche des täglichen Lebens. Dazu gehört auch, was wir tragen und welche Textilien wir kaufen.

Wir haben uns gefragt, ob Nachhaltigkeit und bequeme und erschwingliche Mode sowie andere Textilien überhaupt miteinander verbunden werden können. Denn so wichtig nachhaltige Produkte auch sind, häufig sind sie leider nicht gerade günstig.

Wenn es um Textilien geht, ist Baumwolle das Erste, was vielen Menschen einfällt. Mittlerweile gibt es die innovative und moderne Alternative Modal. Kann die klassische Material wirklich durch das neue Textil ersetzt werden und welche Vorteile bringt es mit sich?

Genau das wollen wir dir heute verraten und Du kannst gespannt sein, denn uns sind im Praxistest einige Unterschiede aufgefallen. Übrigens haben wir uns für den Vergleich für Unterwäsche aus Modal und Baumwolle entschieden – etwas, das jeder braucht und das man regelmäßig nachkaufen muss. Umso besser also, wenn Du hier Bescheid weißt, zu welchem Material Du greifen solltest!

 

Welche Textilien schauen wir uns an?

Baumwolle vs Modal atmungsaktiv

Baumwolle kennen wir alle und jeder hat es irgendwo im Haus, sei es Unterwäsche, Bettlaken oder die Lieblings-Jeans. Ihre Beliebtheit ist nicht unbegründet: sie ist bequem, atmungsaktiv und strapazierfähig.

Es handelt sich um einen Naturstoff und kann vollständig biologisch abgebaut werden und die Verarbeitung ist relativ einfach. Je nach Verwendung kann sie fest oder locker gewebt werden und ist dadurch so vielseitig einsetzbar.

Modal vs Baumwolle vielseitig

Auf der anderen Seite haben wir Modal, welches aus Buchenfasern hergestellt wird. Das ist zwar auch ein Naturprodukt, aber für die Herstellung von Modalfasern werden verschiedene Chemikalien benötigt, sodass es am Ende doch eher ein halbsynthetisches Material ist, während die Baumwolle unter anderem so beliebt ist, weil sie eben natürlich ist.

Als wir uns näher mit dem Material auseinandergesetzt haben, ist uns sofort aufgefallen, wie weich Modal ist. Es lässt sich unserer Meinung nach gut mit Seide vergleichen, die zum Beispiel gerne für Bettbezüge und hochwertige Kleidungsstücke verwendet wird.

Aber Modal fühlt sich nicht nur gut auf der Haut an – das Material besitzt weitere praktische Eigenschaften, denn es ist recht elastisch und pflegeleicht und kann daher für die Herstellung verschiedenster Produkte verwendet werden.

Um die Vorteile noch zu optimieren und das Material noch vielseitiger zu machen, wird es auch gerne mit anderen Textilien gemischt.

Es besitzt viele nützliche Eigenschaften, zum Beispiel ist es elastisch, pflegeleicht und fusselt nicht. Es wird auch oft mit anderen Textilarten gemischt, was seine Eigenschaften noch weiter optimieren kann.

 

Was sind die Gemeinsamkeiten der beiden Stoffe?

Die Nachhaltigkeit ist bei beiden nicht eindeutig gegeben
Wir hatten das Thema Nachhaltigkeit schon erwähnt, also vergleichen wir das gleich mal als Erstes. Natürlich spricht hier einiges gegen Modal, und zwar aufgrund seiner chemischen Verarbeitung. Dabei entstehen nämlich Abfallprodukte, die potenziell gefährlich werden können, wenn sie ins Wassersystem gelangen.

Aber auch Baumwolle fordert ihren Tribut: die Herstellung und Verarbeitung sind an sich zwar umweltfreundlicher als die von Modal, für den Baumwoll-Anbau werden allerdings Unmengen von Wasser benötigt.

Außerdem werden auf den Plantagen auch reichlich Düngemittel und Pestizide verwendet. Wenn man dann noch bedenkt, in welchen Mengen Baumwolle angebaut und verarbeitet wird (wesentlich mehr als Modalfasern), kommt man zu dem Schluss, dass sie nicht unbedingt besser für unsere Umwelt ist.

Wenn es also um Nachhaltigkeit geht, sollte man daher in beiden Fällen auf den richtigen Hersteller achten – einen, der zum Beispiel auf biologischen Anbau und Recycling-Lösungen Wert legt.

Auch wenn wir das Ganze nun auf die Unterwäsche beziehen, ist es sinnvoll, lieber in nachhaltige und biologische Produkte zu investieren.

Unterwäsche kann bei der richtigen Qualität über mehrere Jahre getragen werden und die einmalige Investition in hochwertiges Textil lohnt sich nicht nur für die Umwelt und dein Gewissen, sondern die Unterwäsche hält in der Regel auch länger.

Die Waschtemperatur ist dieselbe
Beide Materialien, die wir uns hier genauer anschauen, bringen den Vorteil mit sich, dass sie sehr pflegeleicht sind und Du sie problemlos in der Waschmaschine waschen kannst. Die Textilien vertragen in der Regel bis zu 60 Grad Celsius, allerdings liegt die optimale Temperatur bei 30 oder 40 Grad Celsius, um das Material nicht unnötig zu strapazieren.

Du kannst ganz normales Waschmittel verwenden und auch das Bügeln ist kein Problem.

 

Was sind die Unterschiede zwischen den beiden Stoffen?

Modal vs Baumwolle Stoffmuster

Modal hält länger und fühlt sich besser an
Im direkten Vergleich halten Kleidungsstücke und somit auch die Unterwäsche aus Modal länger. Das kommt unter anderem durch die feinere Webung, die dazu führt, dass sich weniger Fussel bilden.

Fussel sind nicht nur optisch nicht gerade gern gesehen, sondern können auf Dauer auch zu Löchern im Material führen. Allerdings ist auch die richtige Pflege beider Textilien ein entscheidender Punkt, wenn es um die Haltbarkeit geht.

Und auch bei dem direkten Hautgefühl hat Modal die Nase vorn. Der chemische Herstellungsprozess von Modal macht es zu einem sehr weichen Stoff, der sich seidig und gut anfühlt.

Auch Baumwolle ist weich, allerdings wird es erst mit der Zeit und einigen Wäschen so richtig gemütlich und bequem, was dann aber auch bedeutet, dass sich das Material schon etwas abnutzt. Somit fühlt sich Modal länger gut an.

Das ist bei der Unterwäsche ein wichtiger Punkt, da diese häufig gewaschen wird und ja nicht schon nach wenigen Wochen abnutzen soll.

Baumwolle ist atmungsaktiver
Bei komfortabler Unterwäsche ist vor allem die Atmungsaktivität wichtig. Hier spielt sowohl bei Modal als auch bei Baumwolle die Verarbeitung eine Rolle, denn wie atmungsaktiv die beiden Materialien sind, hängt unter anderem davon ab, wie locker oder fest sie gewebt sind.

Allerdings schneiden synthetische Fasern, wozu Modal ja irgendwie auch zählt, prinzipiell etwas schlechter ab als reine Baumwolle. Daher geben wir bei diesem Thema der Baumwolle einen Pluspunkt.

Am besten gehst Du aber ins Geschäft und schaust dir Produkte aus beiden Materialien an. Dann kannst Du auch direkt testen, wie sie sich auf der Haut anfühlen. Die Verarbeitung und der chemische Anteil des Modals kann nämlich auch stark variieren und je nach Hersteller und genauem Produkt kann Unterwäsche aus Modal sich mal besser, mal schlechter auf der Haut anfühlen.

Farben halten bei Modal länger
Modal ist unter anderem dafür bekannt, dass das Material bunte Farben besser absorbiert und dadurch mehr strahlt als Baumwolle. Außerdem sollen die Farben auch bei häufigem Waschen nicht so sehr verblassen wie es bei Baumwolle der Fall ist.

Natürlich kannst Du hier durch bestimmtes Waschmittel für bunte Wäsche nachhelfen, allerdings kommen die Farbbrillianz und die Langlebigkeit der Farbintensität nur schwer an die moderne Alternative heran.

Wenn Du auf der Suche nach bunten Kleidungsstücken bist, lohnt es sich also eher, nach Stücken aus Modal zu schauen.

Modal hat eine bessere Feuchtigkeitsregulierung
Für die Sportler unter uns ist zudem auch die Feuchtigkeitsregulierung von großer Bedeutung. Wenn Du gerne Sport treibst, kennst Du bestimmt das unangenehme Gefühl, dass Kleidung aus Baumwolle sich irgendwann mit Schweiß vollsaugt und unangenehm am Körper klebt.

Das kommt daher, dass Baumwolle von Natur aus sehr saugfähig ist. Auch das Vergleichsmaterial besitzt diese Eigenschaft, allerdings kann es bei einer bestimmten Verarbeitung auch wasserabweisend sein. Dadurch wird das Wasser abtransportiert und der Körper während der Anstrengung gekühlt.

Diese Eigenschaften machen Modal zum perfekten Material, wenn es um Sportbekleidung geht. Und auch wir können das Ganze nach dem Praxistest bestätigen, denn nach einem anstrengenden Workout haben wir uns in Klamotten aus Modal frischer und wohler gefühlt – das gilt sowohl für die Sportkleidung als auch für die Unterwäsche.

Die Auswahl ist bei Baumwolle größer
Beim Modal handelt es sich um ein recht neues Material und noch nicht viele Marken haben sich dazu entschieden, das Textil in ihre Kollektionen einzuarbeiten. Wenn Du auf der Suche nach sehr spezifischen Kleidungsstücken oder Produkten bist, kann es gegebenenfalls passieren, dass Du nur eine kleine Auswahl hast.

Baumwolle hingegen ist sehr weit verbreitet und dir wird bei jeder Art von Produkten – ob Kleidung, Bettlaken oder Vorhänge – eine große Auswahl geboten.

Baumwolle ist tendenziell günstiger
Beim Preis schneidet die Baumwolle grundsätzlich besser ab. Zwar bringt das Modal viele gute Eigenschaften mit sich, allerdings zahlst Du dafür auch einen höheren Preis, da die Herstellung und Verarbeitung teurer ist. Die neue Alternative zählt damit eher zu den Luxustextilien, während Baumwolle in allen Preiskategorien zu finden ist.

Du darfst allerdings nicht vergessen, dass auch Baumwolle ihren Preis hat, wenn Du auf gute Qualität und faire Produktionsbedingungen achtest. Dann kann es erfahrungsgemäß schnell passieren, dass eine Unterhose aus dem klassischen Textil auf der einen Seite und eine aus Modal auf der anderen Seite preislich vielleicht gar nicht so weit voneinander entfernt sind.

 

Fazit: welcher Stoff ist denn nun besser – Baumwolle oder Modal?

Es kommt auch immer ganz darauf an, worauf Du achtest und was dir bei deiner Unterwäsche – oder insgesamt bei Klamotten und Textilien – wichtig ist. Spielt vor allem der Preis eine Rolle, bist Du mit Kleidung aus Baumwolle aus unserer Sicht etwas besser bedient und auch breiter aufgestellt.

Andererseits bringt Modal viele Vorteile wie die längere Haltbarkeit und das angenehme Gefühl auf der Haut mit sich. Darüber hinaus bleibt die Farbintensität erfahrungsgemäß länger erhalten und das Material eignet sich deshalb generell besonders gut für Sportklamotten.

Vor allem das Thema der Nachhaltigkeit hat uns interessiert, denn wir sind am Anfang davon ausgegangen, dass die moderne Alternative zu Baumwolle nachhaltiger ist. Allerdings kann das so genau nicht gesagt werden, denn es kommt immer auf den genauen Hersteller an.

Probiere am besten Kleidungsstücke aus beiden Materialien aus und schaue dann, was dich mehr überzeugt. Du darfst dabei natürlich gerne auf einen biologischen Anbau und eine faire Produktion achten, um deinen Teil zur Nachhaltigkeit beizutragen.

 

– Vorteile Baumwolle –

  • Höhere Atmungsaktivität
  • Günstig und vielfältig einsetzbar
  • Vollständig biologisch abbaubar

 

– Vorteile Modal –

  • Sehr beständig, ohne Farbverlust und Fusseln
  • Bessere Feuchtigkeitsregulierung
  • Weich und angenehm zu tragen

Und welcher Stoff ist für Dich besser: Baumwolle oder Modal?


Welcher Stoff kommt für Dich bei der Unterwäsche am ehesten in Frage?

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