Retinol oder Niacinamide

Retinol und Niacinamide – zwei Superstars, ohne die fast kein modernes Hautpflegeprodukt mehr auskommt. Geh gerne mal in die Drogerie und schaue dir die Cremes und Seren an. Du wirst kaum eines finden, das weder Retinol noch Niacinamide enthält.

Der Hype um die beiden Wirkstoffe ist nicht unbegründet, immerhin sollen sie für reinere und jüngere Haut sorgen. Und was wünscht man sich mehr, als länger jung zu bleiben? Da gibt es für einige Menschen nicht viel.

Wir wollten herausfinden, ob die beiden Wirkstoffe halten, was sie versprechen und ob sie ihr Geld wert sind. Deswegen haben wir verschiedene Pflegeprodukte getestet und uns so ein ganzheitliches Bild von den beiden Stoffen machen können.

Wie es unserer Haut geht und ob uns Retinol oder Niacinamide mehr überzeugt hat, verraten wir dir jetzt.

 

Welche Wirkstoffe schauen wir uns heute an?

#1: Retinol

Wenn Du dich ein bisschen im Beauty-Bereich auskennst, ist dir Retinol bestimmt schon begegnet, wenn es um Anti-Aging und Hautpflege geht. Hier wird der Wirkstoff nämlich vermehrt eingesetzt und das ist kein Wunder. Retinol soll nämlich in den oberen Hautschichten wirken und dort die Produktion von Kollagen anregen.

Für dich als kleine Info: Kollagen ist wichtig für ein straffes Bindegewebe. Du kannst dir merken, dass mehr Kollagen zu strafferer und somit jüngerer Haut führen kann.

Retinol kann aber noch mehr, als die Kollagenbildung anregen. Daneben soll der Wirkstoff auch dafür sorgen, dass sich die Poren verkleinern. Wenn Du große und sichtbare Poren hast, weißt Du bestimmt, dass diese zu einem eher unreinen und rauen Hautbild führen können.

Jetzt noch zur Frage, was Retinol überhaupt ist. Den Namen kennt man schon, aber was genau verbirgt sich dahinter? Retinol ist ein fettlösliches Vitamin, das nicht nur gut für die Hautpflege ist, sondern vom menschlichen Körper auch umgewandelt, gespeichert und für andere Zwecke genutzt werden kann.

 

#2: Niacinamide

Wenn wir schon bei Vitaminen sind, bleiben wir direkt dort und kommen somit zum zweiten Wirkstoff, den wir dir heute vorstellen wollen. Auch bei Niacinamide handelt es sich um ein Vitamin (und zwar um ein B-Vitamin, um genauer zu sein).

Die beiden wichtigsten Eigenschaften sind in diesem Fall die antibakterielle und antioxidative Wirkung. Was das bedeutet? Produkte, die Niacinamide enthalten, können zu reinerer Haut führen und Pickel bekämpfen. Vor allem Menschen, die mit fettiger Haut in der T-Zone zu kämpfen haben, greifen gerne auf Niacinamide zurück.

Neben der Reinigung ist auch der Schutz ein wichtiges Stichwort. Das Niacinamide kann nämlich eine Schicht auf deiner Haut bilden und sie so schützen.

Das trägt nicht nur zu reiner Haut bei, sondern kann auch die Hautalterung verlangsamen. Stell dir vor, die Schutzschicht bewahrt deine Haut vor dem Einfluss der Schadstoffe in der Luft und vor schädlicher UV-Strahlung. Kein Wunder also, dass sie lange jung und fit bleiben soll, oder?

 

Was sind die Unterschiede zwischen den beiden Wirkstoffen?

Niacinamide wirkt schneller

Retinol oder Niacinamide was ist effektiver

Wir haben beide Wirkstoffe über mehrere Wochen hinweg intensiv getestet und bei Niacinamide wurden deutlich schneller Ergebnisse sichtbar. Bei Retinol mussten wir leider bis zu 6 Wochen warten, bis wir erste Verbesserungen im Hautbild feststellen konnten.

Bei der Anwendung von Produkten mit Niacinamide traten schon nach etwa 3 Wochen erste Verbesserungen auf. Wie gut die Stoffe wirken, ist natürlich individuell und abhängig von deiner Haut. Insgesamt waren unsere Tester aber bei Niacinamide mehr überzeugt, wenn es darum geht, welcher Stoff schneller wirkt.

Einen Hinweis wollen wir dir noch mit an die Hand geben. Ultraschallgeräte würdest Du im ersten Moment bestimmt nicht mit deiner Hautgesundheit in Verbindung bringen, oder? Allerdings können spezielle Ultraschallgeräte deine Haut dabei unterstützen, Retinol und Niacinamide besser aufnehmen zu können.

Wir waren erst etwas skeptisch, doch nach unseren Recherchen haben wir das Ganze schon besser durchschaut – die Ultraschallgeräte geben nämlich Impulse ab, die deine Haut besser durchbluten und die Poren öffnen. Geöffnete Poren nehmen Wirkstoffe natürlich besser auf. Ergibt Sinn, oder?

Retinol ist besser gegen Falten

Retinol oder Niacinamide gegen Falten

Wenn Du vor allem mit Falten zu kämpfen hast, kann Retinol besser gegen deine Probleme helfen. Zwar mussten wir hier einige Wochen auf die ersten Ergebnisse warten, dafür waren wir dann umso überzeugter.

Natürlich kannst Du nicht erwarten, dass tiefe Falten geglättet werden und Du auf einmal aussiehst, als wärst Du 10 Jahre jünger als vor der Anwendung. Wir finden aber, dass sich Retinol besonders dann lohnt, wenn es um kleine Falten und Linien rund um die Augen- und Mundpartie geht. Hier haben einige Tester von glatterer Haut berichtet und wir vermuten, dass die Fältchen sich bei längerer Anwendung noch stärker reduzieren würden.

Inwiefern Retinol die Hautalterung tatsächlich verlangsamt und wie Niacinamide in dem Bereich abschneiden würden, lässt sich natürlich nur über Jahre hinweg beobachten.

Niacinamide ist besser gegen Pickel

Retinol und Niacinamide Erfahrungen

Bei der Reduzierung von Pickeln und Mitessern konnte Retinol unserer Meinung nach nicht mit dem Niacinamide mithalten. Schon nach wenigen Wochen, in denen wir den Wirkstoff täglich angewendet haben, wirkte unsere Haut deutlich klarer und es traten weniger Pickel auf.

Das konnten vor allem unsere Testerinnen bestätigen, die aufgrund von hormonellen Schwankungen häufiger mal mit unreiner Haut zu tun haben.

Auch beim Retinol konnten wir leichte Verbesserungen im Hautbild erkennen, da die Poren feiner geworden sind, allerdings haben uns die Ergebnisse beim Niacinamide mehr überzeugt.

Retinol hilft besser gegen Pigmentflecken
Viele Menschen haben mit Pigmentflecken zu kämpfen und vielleicht kennst auch Du sie. Vor allem im Sommer werden die Flecke häufig dunkler und stärker ausgeprägt. Wir konnten in unserem Test beobachten, dass die Flecke durch das Retinol reduziert wurden.

Bei einigen Testern wurde die Farbe der Flecke aufgehellt, sodass das Hautbild insgesamt ebenmäßiger wirkte. Wir können uns vorstellen, das Retinol im Sommer zum festen Bestandteil unserer Pflegeroutine zu machen, um dieses gleichmäßige Ergebnis beizubehalten.

Niacinamide hat weniger Nebenwirkungen
Wie genau deine Haut auf die Wirkstoffe reagiert, kannst Du nur herausfinden, wenn Du sie ausprobierst. Ganz allgemein gilt Niacinamide aber als besser verträglich als Retinol.

Beim Retinol kann es nämlich zu Trockenheit und Reizungen kommen, wenn Du deiner Haut keine Zeit gibst, sich an den Wirkstoff zu gewöhnen.

Wendest Du Retinol langfristig in zu hoher Konzentration an, kann das im schlimmsten Fall sogar zu Kopfschmerzen und Schwindel führen.

Im Gegensatz dazu sind bei Niacinamide weniger ausgeprägte Nebenwirkungen bekannt. Wundere dich hier nicht, wenn es zu geröteter Haut kommt – das kann durch die erhöhte Durchblutung kommen.

Niacinamide ist günstiger
Die Preise der beiden Wirkstoffe waren gar nicht so einfach miteinander zu vergleichen, da die Produkte jeder Marke natürlich unterschiedlich viel kosten. Insgesamt ist uns beim Vergleichen aber aufgefallen, dass die mit Retinol häufig etwas teurer sind.

Bei Hautpflegeprodukten mit Niacinamide kannst Du aktuell im Durchschnitt etwa 10 bis 15% sparen.

 

Kann man Retinol mit Niacinamide kombinieren?

Retinol mit Niacinamide kombinieren

Stellst Du Dir die Frage, ob Du beide Wirkstoffe miteinander kombinieren und so insgesamt von ihren positiven Auswirkungen profitieren kannst? Dann lautet die Antwort eindeutig: ja.

Retinol und Niacinamide lassen sich gut miteinander kombinieren – hier mal ganz nach dem Motto „Mehr ist mehr.” Allerdings solltest Du dabei auf die Anwendung und die Reihenfolge achten.

Möchtest Du Retinol und Niacinamide kombinieren, solltest Du erst Retinol und dann Niacinamide als Zweites auftragen. Dieses bildet eine schützende Hautbarriere und versorgt die Haut nach der Retinol-Anwendung mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen.

Wichtig bei der Kombination ist auch die Art der Produkte. Ist eines von beiden zum Beispiel rückfettend, sollte dieses an zweiter Stelle aufgetragen werden, um der Haut anschließend die nötige Feuchtigkeit zu spenden.

Außerdem solltest Du deine Haut nicht durch die Anwendung beider Wirkstoffe überfordern. Taste dich langsam heran und verwende zu Beginn wenig Produkt. Wenn Du eine Reaktion wie Rötungen oder Juckreiz bemerkst, ist die Kombination wohl nicht für dich geeignet und Du solltest deine Haut sofort reinigen.

 

Welche Alternativen zu diesen beiden Wirkstoffen gibt es?

Retinol vs Niacinamide Alternativen

Wenn Du auf der Suche nach Alternativen zu Retinol und Niacinamide bist, stößt Du sicher schnell auf das Vitamin C. Auch dieses ist in einigen Lebensmitteln enthalten, wird aber daneben vor allem in Cremes angeboten.

Das Vitamin C stärkt die Haut und bekämpft durch seine antibakterielle Wirkung Unreinheiten und große Poren.

Eine weitere Alternative ist das Kollagen. Dieses kannst Du Dir mit Spritzen in die Haut injizieren lassen. Wie bereits erwähnt wurde, ist das Kollagen ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes.

Lässt Du es Dir also spritzen, kannst Du Falten glätten und die Haut straffer wirken lassen. Bestimmt hast Du im Internet oder in den sozialen Medien schon Fotos gesehen von Eingriffen, bei denen etwas schiefgelaufen ist, oder? Wusstest Du, dass es im schlimmsten Fall sogar zu Gesichtslähmungen kommen kann? Und das alles nur, um vielleicht etwas jünger auszusehen? Da würden wir lieber erstmal Retinol und Niacinamide eine Chance geben, bevor wir solche Nebenwirkungen riskieren!

Hyaluronsäure ist dafür bekannt, nachhaltige Feuchtigkeitspflege für die Haut zu bieten. Wie bei Kollagen, kannst Du Dir den Wirkstoff spritzen lassen oder ihn in Form einer Creme oder eines Serums auf Deine Haut geben. Hyaluron kann die Haut geschmeidig machen, sie straffen und die Regeneration anregen.

Bei Resveratrol handelt es sich um einen pflanzlichen Stoff, der sehr gut hautverträglich ist. Es hat eine entzündungshemmende Wirkung und hilft so gut gegen Pickel. Daneben regt es die Kollagenbildung an und gilt als ein effektiver Anti-Aging-Komplex.

 

Fazit: welcher Wirkstoff ist denn nun besser – Retinol oder Niacinamide?

Abschließend können wir dir sagen, dass beide heute betrachteten Substanzen wirksam sein können – aber das in ganz unterschiedlichen Bereichen. Wenn Du dir eine Reduzierung deiner Falten wünschst und mit Pigmentflecken zu kämpfen hast, dann kann dir Retinol helfen. Allerdings solltest Du dich an den Wirkstoff langsam herantasten, weil bei sensibler Haut Nebenwirkungen wie Trockenheit auftreten können.

Wenn Du unreine Haut – vielleicht sogar Akne – hast und mit Pickeln und Mitessern zu tun hast, ist Niacinamide unserer Erfahrung nach die bessere Wahl. Hier treten die Verbesserungen außerdem etwas schneller ein, was uns sehr gefreut hat.

Insgesamt sind Hautprobleme individuell – probiere verschiedene Produkte aus, die die Wirkstoffe enthalten und schau, wie deine Haut auf sie reagiert.

 

– Vorteile Retinol –

  • Bei der korrekten Anwendung von Retinol sind in der Regel recht deutliche hautverjüngende Veränderungen zu erwarten.
  • Bei Narben und Problemen mit Akne ist Retinol ein guter Helfer, da der Wirkstoff die Haut strafft.
  • Pigmentflecken und andere Hautunebenheiten können dadurch reduziert werden.

 

– Vorteile Niacinamide –

  • Niacinamide versorgt die Haut mit Nährstoffen und Vitaminen.
  • Der Wirkstoff ist besonders hautverträglich und es treten nur in den seltensten Fällen Nebenwirkungen auf.
  • Es eignet sich aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung gut, um gegen Pickel, Mitesser und vergrößerte Poren anzugehen.
  • Regelmäßige Niacinamide-Anwendung eignet sich daher auch für empfindliche Haut.

Und welche Anti-Aging-Hautpflege ist für Dich besser: Retinol oder Niacinamide?


Welche Anti-Aging-Hautpflege kommt für dich am ehesten in Frage?

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