Winterreifen oder Ganzjahresreifen?

Winterreifen oder Ganzjahresreifen

Winterreifen oder Ganzjahresreifen – was ist besser?

Bald ist es wieder soweit: Same procedure as ever year! Mit dem Jahreszeitenwechsel müssen auch die Reifen wechseln. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Kann ich mich heute überwinden? Muss das jetzt schon sein? Kann ich nicht erst nächste Woche? 🙂

Viel wichtiger aber ist die Frage, welcher Reifentyp überhaupt der richtige ist. Brauche ich Winterreifen oder treffe ich mit einem Ganzjahresreifen vielleicht die für meine eigenen Bedürfnisse bessere Wahl?

Du weißt bestimmt, worum es sich bei Winter- und Sommerreifen handelt. Deshalb komme ich nur kurz darauf zu sprechen und schaue mir dann ausführlich die Ganzjahresreifen an und gehe auf das Konzept ein. Anschließend folgen meine Tipps und Hinweise zu den empfehlenswerten Reifenmodellen.

Unser Ergebnis ist, dass Du dir zunächst darüber klar werden solltest, welchen Fahrstil Du in welcher Umgebung an den Tag legst. Dann kannst Du dich für den passenden Reifentyp entscheiden. Um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen, habe ich mir vier verschiedene Reifenmodelle angeschaut.

 

 

Ganzjahresreifen – was ist das Konzept?

Winterreifen vs Ganzjahresreifen

Sommerreifen sind für den Einsatz bei hohen Temperaturen ausgelegt. Es muss bei heißem Asphalt dafür gesorgt sein, dass Du stabil Fahren und Bremsen kannst. Dafür ist eine relativ harte Gummimischung erforderlich, die mit der entstehenden Reibung zurechtkommt, und zusätzlich bei Aquaplaning hilft.

Anders sieht es bei Winterreifen aus. Sie zeichnen sich durch eine relativ weiche Gummimischung aus. Die sorgt dafür, dass der Reifen bei Kälte elastisch bleibt, um den Kontakt zur Straße auch bei Schneefall und Eisbedeckung zu halten. Dafür sorgen zusätzlich zahlreiche Lamellen.

Ganzjahresreifen hingegen stellen einen Kompromiss zwischen den Vorzügen von Winter- und Sommerreifen dar. Das bedeutet aber auch, dass sie nicht in jedem Fall die volle Performance der Spezialisten erreichen können.

Denn Ganzjahresreifen besitzen sowohl die für Sommerreifen charakteristischen Längsrillen als auch die für den Winter vorgesehenen Profilblock-Verzahnungen und Lamellen. Das kann im Winter für eine tendenziell geringere Fahrstabilität und einen längeren Bremsweg sorgen.

 

 

Winterreifen oder Ganzjahresreifen – was ist der richtige Reifen für mich?

Winterreifen oder Ganzjahresreifen

Es kommt entscheidend auf deine individuelle Situation an, ob Du mit einem einzigen Satz Reifen durchs Jahr kommen kannst. In schwierigen Situationen, die fernab städtischer Gebiete häufiger auftreten, ist generell eher ein Winterreifen anzuraten.

Es spielt aber natürlich auch die Region eine Rolle, in der Du wohnst. Eher trockene bis mediterrane Gegenden sind besser mit einem Ganzjahresreifen zu befahren als gebirgiges Gelände, in dem Wetterschwankungen plötzlicher und heftiger auftreten.

Wenn Du dich allerdings in der Stadt bewegst und Du dich mit deinem Auto selten auf schwieriges Gelände oder sogar „Offroad“ wagst, können Ganzjahresreifen eine sinnvolle Alternative zu zwei kompletten Reifensätzen sein.

Auch deine Fahrweise und die Jahreslaufleistung spielen eine Rolle. Fährst Du eher offensiv, mit vielen Bremsmanövern, besonders viele Kilometer pro Jahr (über 15.000) und dazu noch in einem Gebiet mit starken Unterschieden in der Witterung, sind Ganzjahresreifen die weniger gute Wahl.


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Wenn Du nämlich so viel fährst, nutzt sich die weichere Gummimischung von Ganzjahresreifen schneller ab als wenn Du zwei komplette Reifensätze verwendest. Damit wären wir wieder mal beim Thema „Kosten“ – darauf gehe ich gleich nochmal ein, wenn wir uns die konkreten Reifenmodelle anschauen.

Andersherum verhält es sich, wenn Du eine defensive Fahrweise an den Tag legst und eine geringe Fahrleistung hast. Da ist die Abnutzung der Ganzjahresreifen dann nicht mehr so wichtig, so dass sich die Ganzjahresreifen lohnen.

Zudem ist in puncto Entwicklungsforschung der Ganzjahresreifen in den letzten Jahren einiges passiert. Sowohl das Fahr- und Bremsverhalten als auch die Abnutzung haben sich ein gutes Stück verbessert – zumindest bei Markenreifen.

 

 

Winterreifen vs. Allwetterreifen – welche Modelle sind zu empfehlen?

Der ADAC führt regelmäßig Untersuchungen zu Reifenmodellen durch, die auf verschiedenen Untergründen (nasse und trockene Fahrbahn) auf Bremsverhalten, Handling und Traktion getestet werden.

Dabei ist hervorzuheben, dass Du nicht unbedingt eines der Modelle der bekannten Markenhersteller wählen musst, um eine gute Qualität zu bekommen. Häufig schneiden auch kleinere Hersteller wie Semperit (Continental) gut ab.

Ich habe sowohl für Winterreifen als auch für Ganzjahresreifen jeweils zwei Modelle herausgesucht, die meiner Meinung nach besonders viel fürs Geld bieten. Bei diesen Modellen kannst Du grundsätzlich problemlos zugreifen.

 

Unser Winterreifen Tipp #1: Continental WinterContact TS 850

Der Conti Winterreifen erfreut sich zurecht großer Beliebtheit. In der Handhabung sehr ruhig, haftet er bei Eis und Schnee sehr gut auf der Straße. Die Hinterachse büßt keine Stabilität ein und bricht nicht aus. Es ist auch möglich, ihn nur auf die Vorderachse (je nach Witterung und deinem Fahrverhalten) zu montieren.

Wie bei allen Produkten überzeugt mich auch bei Reifen immer eine lange Laufleistung. Das schont am Ende des Tages den Geldbeutel und auch die Umwelt. Der ContiWinterContact TS 850 zeigt auch nach zehntausenden Kilometern noch seine exzellenten Eigenschaften.

Auch, wenn lediglich eine nasse Fahrbahn zwischen dir und deinem Ziel liegt, ist der Reifen einer der Top-Performer. Er zeigt sich verhältnismäßig sicher bei Nässe und Aquaplaning-Gefahr. Gleichzeitig legt er ein solides Bremsverhalten an den Tag.

Der schlauchlose ContiWinterContact TS 850 verfügt zudem über das „M+S“-Kennzeichen und trägt über 600kg (Lastindex: 91). Solltest Du wie ich ein Freund höherer Geschwindigkeiten sein: er ist für einen Tod-Speed von bis zu 210 km/h freigegeben. 🙂

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Unser Winterreifen Tipp #2: Semperit Master-Grip 2

Etwas günstiger zu haben ist der Semperit Master-Grip 2. Mein Fazit: ein exzellentes Produkt aus der „zweiten Reihe“. Er hat ein gutes Handling, saugt sich gut an der Straße an und ist sehr leise. Er verfügt über eine spezielle Kratzkantengeometrie mit gerade Lamellen.

Der Reifen hat allerdings eine ein Stück weit weichere Mischung als der ContiWinterContact TS 850. Das bedeutet, dass Du scharfes Anfahren, hohes Geschwindigkeiten mit plötzlichen Bremsmanövern oder gar Sliding besser unterlassen solltest.

Bei normalem oder defensivem Fahrverhalten ist die Mischung aber kein Problem. Ganz im Gegenteil: Die weichere Mischung und die verwobene Blockstruktur des Semperit Master-Grip 2 sorgen für exzellente Haftung, die sich insbesondere auch bei Trockenheit sehen lassen kann.

Im Test der Fachzeitschrift „Auto Bild“ fielen auch die leisen Abrollgeräusche des Reifens auf. Die beste Wertung erhielt er aber beim niedrigen Spritverbrauch. Diese häufige Eigenschaft der Winterreifen, den Spritverbrauch zu erhöhen, trifft beim Semperit Master-Grip 2 also nicht zu.

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Semperit Master-Grip 2 - 195/65R15 91T - Winterreifen Semperit Master-Grip 2 - 195/65R15 91T - Winterreifen Aktuell keine Bewertungen

 

Unser Ganzjahresreifen Tipp #1: Vredestein Quatrac

Wenn Du dir den lästigen Reifenwechsel ersparen willst, solltest Du auf ausgewählte Ganzjahresreifen setzen.

Der Vredestein Quatrac ist durch seinen geringen Rollwiderstand (durch “Full Polymer Compound”) bekannt, der sich positiv auf deinen Spritverbrauch auswirkt. Zudem sind die Reifen dadurch äußerst leise.

Vredestein hat so genannte “Flexing Points” eingeführt, die den Reifen bei Schnee und Eis gut auf der Straße halten. Diese Einkerbungen sorgen auch für eine sehr gute Haftung bei Nässe. Seine besonderen Stärken spielt er aber mit seinem kurzen Bremsweg bei trockener Fahrbahn aus.

Seine Eigenschaften auf winterliche Straßen verhelfen dem Vredestein Quatrac sowohl zur „M&S“-Kennung als auch zum „Schneeflocken“-Symbol und machen ihn damit zu einem echten Ganzjahresreifen.

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Unser Ganzjahresreifen Tipp #2: Goodyear Vector 4Seasons

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Wenn dir der Vredestein Quatrac Lite zu teuer ist, habe ich auch noch eine günstigere Reifen-Alternative da: den Goodyear Vector 4Seasons. Dieser Reifen ist schon länger auf dem Markt und damit gut eingeführt und bewährt.

In den entsprechenden Fachpublikationen hoch gelobt, verfügt der Ganzjahresreifen über ein sehr gutes Handling sowohl bei Nässe als auch bei Eis und Schnee. Die Erfahrungen bestätigen auch, dass seine Verschleißwerte sehr gut sind.

In puncto Geräuschkulisse kannst Du darauf vertrauen, dass der Reifen erst aber 130 bis 140 km/h wirklich zu hören sind. Das aber ist bei den Nicht-Sommerreifen durchweg der Fall. Dafür bieten sie auch bei diesen Geschwindigkeiten noch ein sehr gutes Straßenverhalten.

Der Goodyear Vector kommt sowohl bei nasser als auch trockener Fahrbahn gut weg. Auch größere Wassermassen können der Fahrstabilität nicht viel anhaben, Aquaplaning ist so kein größeres Problem.

Er hat zwar leicht schlechtere Werte bei Schnee und dem benötigten Bremsweg, dafür verfügt er aber über wirklich exzellente Verschleißwerte. Für einen so weichen Reifen ist das eine ganz besondere Eigenschaft.

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Fazit: was ist denn nun besser – Winterreifen oder Ganzjahresreifen?

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Wie so oft hängt die Antwort davon ab, für welchen Zweck Du das Produkt / den Reifen am ehesten benötigst. Winterreifen sind Spezialisten, die mit viel Schnee und Eis besonders gut zurechtkommen, aber bei weniger extremen Witterungen oder Trockenheit schlechter abschneiden.

Grundsätzlich kann man sagen: wenn Du in der Stadt unterwegs bist, die Witterung nicht so extrem ist und Du ein normales Tempo und Fahrverhalten an den Tag legst, sind Ganzjahresreifen für dich die Reifen der Wahl.

Im Gegensatz dazu sind Winterreifen geeignet, mit vereisten Wegen besser zurechtzukommen. Das gilt natürlich insbesondere, wenn der Asphalt selbst auch noch in einem problematischen Zustand ist. Auch bei uns in Deutschland ist das ja leider kein neues Phänomen mehr.

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– Vorteile Winterreifen –

  • Absolute Spezialisten mit besten Eigenschaften bei Schnee und Eis
  • Günstiger in der Einzelanschaffung
  • Für extreme Witterungen gut geeignet
  • Nutzen sich im Gegensatz zu Ganzjahresreifen nicht so schnell ab

 

– Vorteile Ganzjahresreifen-

  • Du musst keinen zweiten Reifensatz einlagern
  • Bei entsprechender Fahrweise günstiger, da Du nur einen Reifensatz benötigst
  • Bei plötzlicher Trockenheit der bessere Helfer
  • Langjährig bewährte Modelle kommen bei nicht extremen Wetterbedingungen an die Performance der Winterreifen heran
 

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